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Junges österreichisches Design für den Berndorf-Bären

25.06.2007

Nach über 160 Jahren Besteck-Design stellt sich die Frage: Kann man Besteck neu er-finden? Und: Soll man Besteck überhaupt neu erfinden? Fragen, mit denen sich sieben ausge-wählte österreichische Jung-Designer auseinander zu setzten hatten, die von Berndorf und der Universität für angewandte Kunst Wien zur Teilnahme am Berndorf Besteck-Designwettbewerb geladen waren.

Dr. Christian Schett, Geschäftsführer von Berndorf Besteck: "Wir haben in den letzten Jahren häufig mit internationalen Designern gearbeitet. Nun ist es an der Zeit, ein Netzwerk junger heimischer Künstler heranzubilden, die die österreichische Sicht der Tischkultur repräsentieren." Das Unternehmen möchte mit der Initiative einerseits eine Stärkung der heimischen Produkt-Design-Szene erreichen und andererseits Berndorf verstärkt als Design-Marke etablieren.

"Die Universität für angewandte Kunst Wien als führende heimische Kunstuniversität war für Berndorf der logische Partner für dieses Projekt. Für uns als Unternehmen war es eine wichtige Erfahrung, einen Partner zu finden, der unser Tagesgeschäft - die Produktion von Besteck - auf hohem künstlerischem und wissenschaftlichem Niveau reflektiert. Das ermöglicht uns, unsere alltägliche Arbeit aus neuen Perspektiven zu betrachten. Und neue Perspektiven erweitern den Horizont.", erläutert Christian Schett die Vorteile der Zusammenarbeit.

Die Auswahl der eingeladenen Designer erfolgte durch Prof. James Skone von der Universität für angewandte Kunst Wien, der den Wettbewerb kuratierte und der Jury vorstand. Eingeladen wurden sieben junge, aufstrebende Designerinnen/Designer bzw. Designbüros, die auf ein Mindest-maß an Erfahrung im Produkt-Design verweisen können, ohne jedoch bereits tatsächliche "etabliert" zu sein. Ziel des Wettbewerbs war die Neuentwicklung einer Tafelbesteckserie aus Edel-stahl, wobei Entwürfe für ein Grundset, bestehend aus Suppenlöffel, Gabel und Messer, eingereicht werden mussten. "Die Aufgabe bestand darin, das richtige Maß an Innovation im Spannungsfeld zwischen revolutionär und evolutionär zu schaffen. Unter Berücksichtigung des hohen Qualitätsanspruches von Berndorf und der Design-Identität des Unternehmens sollten sich die Teilnehmer die Frage stellen: Wie viel an Neuem ist zumutbar, bzw. welche Grenze kann Besteckdesign in welchem Ausmaß überschreiten?" skizziert Prof. Skone die Anforderungen an die jungen Design-Künstler.

Eine sechsköpfige Jury aus Design-Experten der Uni für Angewandte Kunst, Fach-Journalisten sowie Besteck-Profis aus dem Fachhandel bzw. von Berndorf hatte die herausfordernde Aufgabe, unter zehn eingereichten Entwürfen den Sieger zu küren: Jenes Besteck, das das Potential hat, ein neuer "Berndorf Design-Klassiker" zu werden.

Nach sechs Stunden Jury-Sitzung war die Entscheidung klar: Der Sieger des Berndorf Besteck-Designwettbewerbs ist das Besteck "Pure" von Gregor Stolz. Geprägt durch schnörkellose Linien-führung, stehen bei diesem Entwurf Sachlichkeit und formale Strenge im Vordergrund. Der Griff von Gabel und Löffel hebt sich von der Tischfläche fast vollkommen ab. Dieser Gestaltungsansatz verleiht dem Besteck eine optische Leichtigkeit und vereinfacht dem Benutzer das Aufheben. Wettbewerbs-Gewinner Gregor Stolz: "Mein Ziel war ein Entwurf, der sich durch seine moderne und dennoch zeitlose Anmutung problemlos in unterschiedliche Ambiente eingliedert."

Gregor Stolz ist in der Jung-Designer-Szene kein gänzlich Unbekannter, hat er doch bereits mehrere Preise gewonnen, zuletzt 2003 den 1. Preis beim Tetra Pak Wettbewerb "Schützt was gut ist". Nach drei Jahren Bachelorstudium für Produkt- und Möbeldesign an der Kingston University in London studiert der 27jährige derzeit Industrial Design an der Universität für Angewandte Kunst in Wien.

Der siegreiche Designer darf sich über einen Scheck in Höhe von 3.500 Euro freuen sowie über die Möglichkeit, ein echtes Referenz-Projekt vorweisen zu können: Das Sieger-Besteck wird von Berndorf tatsächlich produziert.

Der Besteck-Designwettbewerb ist für Berndorf Besteck und die Universität für angewandte Kunst Wien der erste Schritt für eine längerfristige Zusammenarbeit: Der Besteck-Designwettbewerb soll eine fixe "Institution" werden, die in Abständen von zwei bis drei Jahren wiederholt wird. Darüber hinaus arbeitet man mit Prof. Skone an einem "Design-Mobil", das ab 2008 Schülern in ganz Österreich das Thema Tischkultur näher bringen soll.

Berndorf Besteck-Designwettbewerb 2006/07

Teilnehmende DesignerInnen

· Edelweiss Industrial Design ( DI Roman Wratschko, DI Philipp Haselwander, DI Georg Wanker )
· Eva Judtmann (BA Hons.)
· DI Peter Kalsberger
· Mag.art. Nada Nasrallah (Soda Design)
· Mag.art. Patrick Rampelotto
· Doris Schamp
· Gregor Stolz (BA Hons.)

Jury

· Prof. James Skone, Universität für angewandte Kunst Wien (Vorsitzender)
· Prof. Barbara Putz Plecko, Universität für angewandte Kunst Wien
· Dr. Christian Schett, Geschäftsführer Berndorf Besteck-Tafelgeräte GmbH
· Daniela Birkmayer, Rasper & Söhne
· Michael Hausenblas, Der Standard Rondo
· Elfi Jirsa, Gusto

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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