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Jungsommeliers im Prüfungsfieber

04.05.2005

„Wie viel Gramm Restzucker enthält ein Wein, um sich trocken nennen zu dürfen?“ – „Höchstens neun Gramm“. Die richtige Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen, Stefan Grugger ist gut vorbereitet. Der junge Mann ist 18 Jahre alt, besucht die vierte Klasse der Skihotelfachschule in Bad Hofgastein und war am Montag einer von 25 Kandidatinnen und Kandidaten, die zur Jungsommelierprüfung antraten. Um in Sa-chen Wein kompetent Auskunft geben zu können, haben die Tourismusschüler 60 Stunden zusätzlichen Theorieunterricht, eine schriftliche Prüfung und eine Hausarbeit auf sich genommen, bei der sie eine auch optisch attraktive Weinkarte mit 60 Produkten erstellen mussten.

Die letzte Hürde auf dem Weg zum diplomierten Jungsommelier war die praktische Prüfung – den gestrengen Prüfern der Kommission musste fachgerecht eine Flasche Wein kredenzt werden. Keine leichte Aufgabe, denn mancher spröde Korken wollte nicht so recht aus der Flasche, die richtigen Gläser mussten gewählt werden und bei der Präsentation reichten nicht Informationen zu Rebsorte, Jahrgang und Alkoholgehalt. Auch Herkunftsort und Winzer waren zu nennen.

Die Gäste wüssten zunehmend mehr über den Wein und erwarteten sich kompetentes Service und Auskünfte, bevor sie sich für einen oft kostspieligen Wein entscheiden, sagt Prüfer und Diplomsommelier Johannes Einzenberger. „Der Sommelier belehrt den Gast nicht“, fügt Wolfgang Mucher hinzu. Er ist ebenfalls Prüfer, Diplomsommelier und Lehrer am Tiroler Ausbildungszentrum für Tourismus in der „Villa Blanka“: „Der Sommelier ist der geschulte Vermittler zwischen dem aufwändigen Produkt des Winzers und dem Gast.“

Die Tourismusschule Bad Hofgastein trägt der steigenden Bedeutung von Sommeliers in der Gastronomie Rechnung: Ende April wurde eine Partnerschaft mit den „renommierten Winzern Burgenlands“ geschlossen, Kontakte zu Wachauer und zu steirischen Winzern gibt es auch schon. Für die interessierten Schüler bedeutet dies Vorträge, zum Beispiel vom bekannten Winzer Eduard Tscheppe aus Gamlitz, sowie Exkursionen in Weinbaubetriebe.

24 der 25 Prüfungskandidaten dürfen sich jetzt diplomierte Jungsommeliers nennen, sie haben die Prüfung bestanden.

Rückfragen/E-Mail: gerhard.rettenegger@fh-salzburg.ac.at

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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