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Kaffee - doch kein Flüssigkeitsräuber

03.11.2005

Bisher galt: Wer Kaffee trinkt, entzieht dem Körper Flüssigkeit. Neue ernährungswissenschaftliche Erkenntnisse belegen jetzt, dass Kaffee in Maßen keine negative Auswirkung auf den Flüssigkeitshaushalt hat.

Herr Ober, (k)ein Glas Wasser zum Kaffee!“ Das Glas Wasser zum Kaffee ist eine Tradition, gehört wie die Henne zum Ei. Nach jeder Tasse Kaffee soll auch ein Glas Wasser getrunken werden, da Kaffee „treibt“, so ein häufig gut gemeinter Rat. Wer jedoch Wasser nur deshalb zu seiner Melange, zum Espresso oder zum kleinen Braunen konsumiert, um einen „kaffeebedingten Flüssigkeitsverlust“ auszugleichen, der muss neuesten Studien zufolge seine Meinung revidieren, denn sie ist wissenschaftlich nicht haltbar.
Flüssigkeitshaushalt
Prof. Dr. Ibrahim Elmadfa, Vorstand des Departements für Ernährungswissenschaften an der Universität Wien: „Es schadet zwar nicht, zu einer Tasse Kaffee auch ein Glas Wasser zu trinken, notwendig ist es bei einem täglichen Kaffeekonsum von bis zu drei mittelgroßen Tassen aber nicht.“ Für viele Menschen leistet Kaffee einen wesentlichen Beitrag zur täglichen Gesamtwasserzufuhr. Er wird in die Flüssigkeitsbilanz einbezogen - wie jedes andere Getränk auch, z. B. ein Glas Saft, eine Tasse Tee oder ein Glas Bier am Abend.
Richtig ist zwar, dass im Kaffee enthaltenes Koffein einen harntreibenden Effekt hat. Sowohl die Menge des Koffeins als auch die Häufigkeit des Kaffeekonsums haben auf die entwässernde Wirkung einen Einfluss. Der harntreibende Effekt ist jedoch nur vorübergehend und bei regelmäßigem Kaffeekonsum ohnehin weniger stark ausgeprägt, so dass sich der Flüssigkeitshaushalt innerhalb eines Tages wieder im Gleichgewicht befindet. Bei höheren Koffeinkonzentrationen führt die hohe Koffeinzufuhr neben der vermehrten Wasserausscheidung auch zu einer vermehrten Salz- und insbesondere Natriumausscheidung. Auch dieser Effekt wird regelmäßig durch Kompensationsmechanismen ausgeglichen.
Dennoch gilt: „Zum Durstlöschen sollte Kaffee wegen seiner koffeinbedingten anregenden Wirkung auf Herz und Kreislauf nicht verwendet werden“, so die Empfehlung der österreichischen Gesellschaft für Ernährung (ÖGE). Hier sind Mineral- und Trinkwasser und andere kalorienarme Getränke wie gespritzte Säfte und Früchte- bzw. Kräutertees nach wie vor die bessere Alternative. Gegen den täglichen moderaten Genuss von bis zu drei mittleren Tassen Kaffee mit 350 mg Koffein ist allerdings nichts einzuwenden, so die Sicht der Experten.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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