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Kaffee ist gesund

30.06.2004

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Kaffee beziehungsweise Koffein die Aufmerksamkeit und Konzentration erheblich verbessert und im Falle von Müdigkeit oder Schlafmangel die Energie und Vitalität wieder herstellt.

Eine Reihe wissenschaftlicher Untersuchungen bestätigt, dass Koffein die Gehirntätigkeit und Leistungsbereitschaft um 10 bis 15 Prozent steigert. Die positiven Effekte durch Koffein sind langanhaltend. Untersuchungen zeigen, dass bereits 15 Minuten nach dem Kaffeekonsum 75% und nach etwa einer Stunde 100% der maximalen Leistungsfähigkeit eintreten. Insgesamt halten die Effekte rund drei Stunden lang an. Bereits zwei Tassen können Aktivität und Aufmerksamkeit, Reaktionsvermögen, logisches Denken und die Kommunikationsfähigkeit signifikant steigern. „Bei einem Kaffeekonsum von vier bis fünf Tassen täglich erzielt Kaffee erwiesenermaßen positive Effekte“, erklärt Helmut Grafinger, Geschäftsführer des österreichischen Kaffeeverbandes, denn Koffein regt an, vertreibt Müdigkeit und steigert unsere Leistungsfähigkeit.

Anregungsmittel
Aus medizinischer Sicht ist Koffein ein mildes Anregungsmittel für das zentrale Nervensystem. Es aktiviert Hormone, die wiederum Herztätigkeit, Stoffwechsel und Atmung anregen sowie die Blutgefäße im Gehirn erweitern. Auf Grund seiner Eigenschaften wird das Koffein als Hilfs- und Werkstoff in vielen Medikamenten wie beispielsweise Schmerzmitteln oder Appetitzüglern eingesetzt. In Schmerzpräparaten mit Koffein kann die Dosierung des originären Wirkstoffes um bis zu 40% vermindert werden, trotzdem wird der gleiche Effekt erzielt.
Auch auf die Stimmung wirkt sich Koffein positiv aus. Kaffee hilft gegen Depressionen und andere negative Stimmungsschwankungen. Eine Tasse Kaffee genügt in der Regel, um das Gemüt wieder aufzuhellen. „Jeder, der mit Müdigkeit und Konzentrationsschwäche zu kämpfen hat, kann unbedenklich am besten eine halbe Stunde vor einer wichtigen Besprechung eine Tasse Kaffee zu sich nehmen, und das mehrmals am Tag. So kann unsere Arbeit effektiver und noch erfolgreicher werden“, meint Helmut Grafinger.

Konzentrationsfähigkeit
Viele Situationen unseres Lebens erfordern enorme Konzentration und Aufmerksamkeit - meist sogar über einen längeren Zeitraum, manchmal zu jeder Tages- und Nachtzeit. Wie jeder von uns aus eigener Erfahrung weiß, lässt die Konzentration und Aufmerksamkeit im Laufe des Tages nach, das heißt unsere Leistungskurve sinkt. Verantwortlich für diesen Prozess ist ein Botenstoff unseres Gehirns namens Adenosin. Dieser sorgt für die Entspannung der Nervenzellen - Ermüdungserscheinungen machen sich breit. Kaffee beziehungsweise Koffein vermindert die Wirksamkeit von Adenosin und regt das zentrale Nervensystem an - dadurch geht unsere Aktivphase weiter und der natürliche Impuls nach Ruhe bleibt vorerst aus. Kaffee führt somit zu größerer Wachsamkeit, erhöht die Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit, beschleunigt die Denkgeschwindigkeit und verkürzt unsere Reaktionszeit. Er unterstützt somit unser Gedächtnis - insbesondere unser Kurzzeitgedächtnis und den sogenannten „Arbeitsspeicher“, jenen Teil des Gehirns, der alle laufenden, aktiven Informationen verarbeitet - und hält unser Zellen aktiv.

Nachmittagskaffee
Der beliebte Nachmittagskaffee kann daher weit mehr als viele glauben. Aus wissenschaftlichen Studien geht hervor, dass Kaffee auch bei älteren Menschen (über 60 Jahre) die Gedächtnisleistung erhöhen kann. Die Gedächtnisfunktion ist normalerweise altersabhängig: Während die Gedächtnisleistung im Alter zwischen 30 und 60 Jahren relativ konstant bleibt, nimmt sie zwischen 60 und 80 Jahren deutlich ab und bleibt dann wieder etwa auf konstantem Niveau. Sie verändert sich aber nicht nur im Laufe unseres Lebens, sondern unterliegt auch täglichen Schwankungen. Während sie bei jungen Menschen über den Tag relativ konstant bleibt, nimmt sie bei älteren Menschen bis zum Abend kontinuierlich ab.
Tests mit Personen über 65 Jahre (Vergleich der Gedächtnisleistung am späten Nachmittag mit jener am Morgen; alle Versuchspersonen waren regelmäßige Kaffeetrinker) haben ergeben, dass die Gedächtnisleistung durch Kaffee beziehungsweise Koffein beeinflusst werden kann. Zwei Testgruppen wurden jeweils morgens und nachmittags (8 Uhr und 16 Uhr) eine Tasse Kaffee verabreicht, wobei den Testpersonen aus Gruppe 1 koffeinhaltiger, jenen aus Gruppe 2 entkoffeinierter Kaffee offeriert wurde. Das Ergebnis: Die Gedächtnisleistung der Personen aus Gruppe 1 blieb konstant, die Leistungskurve bei den Personen aus Gruppe 2 hingegen wies eine abnehmende Tendenz auf.

Kein Flüssigkeitsverlust
Weiters wurde wissenschaftlich bewiesen, dass Kaffee im Gegensatz zur vorherrschenden Meinung den normalen Flüssigkeitsverlust beim Menschen nicht erhöht. Dies konnte Lawrence E. Armstrong, Professor und führender Experte im Bereich der Bewegungslehre an der Universität von Connecticut, aufgrund einer Auswertung der wissenschaftlichen Literatur in bezug auf Freizeit- und Leistungssportler jüngst nachweisen.

Armstrong, der sich seit 1980 mit dem Flüssigkeitshaushalt des Menschen auseinandersetzt, kam zu dem Ergebnis, dass koffeinhaltige Getränke und damit auch die Tasse Kaffee in ihrer harntreibenden (diuretischen) Wirkung vergleichbar sind mit Wasser. Damit ist es unter wissenschaftlichen und physiologischen Aspekten nicht gerechtfertigt, obigem Personenkreis bei Ausübung ihrer Aktivitäten vom Konsum von Kaffee abzuraten.

In der wissenschaftlichen Literatur wird koffeinhaltigen Getränken, ähnlich wie Wasser, eine leichte diuretische Wirkung nachgewiesen, die jedoch nicht zu einem Ungleichgewicht in der Elektrolyt-Bilanz eines sportlich aktiven Menschen führt und somit kein Risiko für die Gesundheit bei der Leistungsausübung darstellt. Bei Personen, die an den Genuss von koffeinhaltigen Getränken gewöhnt sind, scheint der harntreibende Effekt sogar noch geringer auszufallen.
Die Schlussfolgerung des Wissenschaftlers ist, dass sich Sportler keinerlei Sorgen in Bezug auf ihren Flüssigkeitshaushalt machen müssen, wenn sie in normalem Umfang Kaffee trinken (bis zu 4 Tassen täglich) und sich ausgewogen ernähren.

Professor Armstrong geht davon aus, dass für Menschen, die sich im Vergleich zu Sportlern bewegungsärmer verhalten und damit in der Regel einen geringeren Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen aufweisen, die bisherigen Annahmen zur harntreibenden Wirkung von Kaffee von noch geringerer Relevanz sein dürften.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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