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Kaffee – Nachfrage steigt weiter

11.02.2011

Die weltweite Nachfrage nach Kaffee ist weiterhin im Steigen begriffen, in der abgelaufenen Erntesaison um gut 1,5 Prozent.

Trotz witterungsbedingter Ernteeinbussen ist und bleibt Brasilien das wichtigste Anbauland, gefolgt vom Robusta-Lieferanten Vietnam und dem für seine Arabica-Bohnen bekannten Kolumbien. Der Vorausblick auf die kommende Ernte ist qualitativ und mengenmäßig vielversprechend. Mit prognostizierten 142 Millionen Sack Rohkaffee steuern die kaffeeproduzierenden Länder nach einem durchwachsenen Jahr auf eine Rekordernte zu. In Österreich ist der Boom ebenfalls anhaltend, der Trend zu Qualitätsprodukten ist ungebrochen.

Internationale Entwicklungen im Detail
Die Ernte in der Kaffeesaison 2009/2010 fiel auf Grund der schwierigen Wetterverhältnisse in den Hauptanbaugebieten der Erde entsprechend schlechter aus. Mit rund 121,6 Millionen Sack Rohkaffee bedeutete dies einen Rückgang um gut 15 Millionen Sack im Vergleich zu den Jahren zuvor. Vor allem Brasilien, der mit Abstand größte Rohkaffeelieferant, hatte auf Grund anhaltender Regenfälle mit starken Ernteeinbussen zu kämpfen. Nach zuletzt 54 Millionen Sack konnten im letzten Jahr nur 43,7 Millionen geerntet und dem Weltmarkt zur Verfügung gestellt werden. Auch in Vietnam ging der Ertrag zurück, das wichtigste Robusta-Anbaugebiet blickt aber ebenso wie Brasilien sehr positiv ins nächste Jahr. So wird für die Saison 2010/11 eine Steigerung von insgesamt 21 Millionen Sack Rohkaffee prognostiziert, neben der zu erwartenden Rekordernte in Brasilien konnte quer durch die Produktionsländer auch der Flächenertrag gesteigert werden. Vergleichsweise stabil hielt sich das für hervorragende Arabica-Qualität bekannte Kolumbien.

Dem weltweiten Boom nach Qualität und den Ernteausfällen im letzten Jahr folgten auch die Rohkaffee-Preise. Der Trend hin zu Kaffeespezialitäten gilt dabei ebenso als Grundlage für die Preisanstiege wie Währungsdifferenzen und die auch den Kaffeemarkt betreffenden Spekulationen auf Nahrungsmittel. „Wir hatten heuer ein überaus schwieriges Erntejahr. Unabhängig davon sind die Österreicher gewohnt, erstklassigen Kaffee zu trinken. Diese ausgezeichnete Qualität sowie die Knappheit auf den Rohstoffmärkten spiegelt sich im höheren Preis wider, der von Angebot und Nachfrage bestimmt ist“, so Helmut Grafinger, Geschäftsführer des Österreichischen Kaffee- und Tee-Verbandes.

Sinkender Verbrauch
Einem leicht fallenden Jahresverbrauch von zuletzt rund 48.000 Tonnen steht ein steigender Umsatz von etwa 375 Mio. Euro entgegen. Dafür sind in erster Linie die erhöhte Nachfrage im hochqualitativen Bereich sowie auch die Nachfrage nach Bio- und Fairtrade-Produkten ungebrochen“, weiß Helmut Grafinger, Geschäftsführer des Kaffee- und Teeverbandes. Grundsätzlich teilt sich der Markt in Außer-Haus-Konsum und den Haushaltsmarkt. Letztgenannter liegt bei rund 85% oder 40.700 Tonnen, der Rest geht in die Gastronomie (etwa 6.400 Tonnen) und an Großabnehmer (rund 900 Tonnen). Kaffee bleibt knapp nach Wasser und deutlich vor Bier das beliebteste Getränk der Österreicher. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Kaffee in Österreich ist seit Jahren bei rund acht Kilogramm stabil. Jeder Österreicher trinkt im Schnitt 162 Liter Bohnenkaffee pro Jahr – im Tageskonsum bedeutet dies etwa 2,6 Tassen.

Trends am heimischen

Kaffeemarkt
Den vielfältigen Zubereitungsmethoden von Kaffee tragen die Österreicher Rechnung. Der durchschnittliche heimische Haushalt verfügt über 1,7 Kaffeemaschinen. Der Mengenrückgang beim traditionellen Filterkaffee geht zwar weiter, mit -5,3% fiel dieser jedoch deutlich geringer aus als noch in den letzten Jahren. Weiter im Anstieg ist der Espressomarkt. Obwohl die Anzahl der Vollautomaten im privaten Bereich nur mehr leicht im Zunehmen begriffen ist, fällt das Wachstum im Espresso-Segment mit 12,5% wieder stärker aus als noch im Vorjahr. Übertroffen werden die Wachstumszahlen nur mehr vom Einzelportionsmarkt mit 36% Steigerung im Mengenbereich.

Trotz anfänglicher Einbussen rund um die Wirtschaftskrise und das damit verbundene kurzfristig veränderte Kaufverhalten kann der Bio- und Fairtrade-Bereich insgesamt auf ein weiteres Rekordjahr zurück blicken. Das stetig steigende Gesundheitsbewusstsein und der Trend zu nachhaltigen Produkten macht sich auch im Röstkaffeebereich positiv bemerkbar. „Die Österreicher sind in puncto Bio-Lebensmittel Trendsetter. Das gilt natürlich auch für biozertifizierten Kaffee. In unserem Bereich stehen Fairtrade und Rainforest Alliance für den ökologisch und sozial verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen; Konsumenten sorgen für die entsprechende Nachfrage am Markt, und dieser entsprechen natürlich auch die Produzenten“, erklärt Grafinger.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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