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Kaffee von den Galapagos Inseln

30.06.2004

Von den Galápagos-Inseln kommt einer der außergewöhnlichsten Kaffees dieser Welt für den anspruchsvollen Gourmet.

Rund 1000 km von der Westküste Südamerikas entfernt, im Stillen Ozean gelegen und seit Ende des vorletzten Jahrhunderts zu Ecuador gehörend, befinden sich die für ihre einzigartige Tierwelt berühmten Galápagos-Inseln. Charles Darwin beobachtete im Jahr 1835 bei der ersten wissenschaftlichen Expedition auf dieser Inselgruppe die durch die völlige Isolierung der Inseln höchst bemerkenswerte heimische Tierwelt. Damals erhielt Darwin dort wesentliche Anregungen für seine spätere Theorie von der Entstehung der Arten.
Ein gewisser Manuel J. Cobos pflanzte dann im Jahr 1879 zusammen mit französischen Agronomen zum ersten Mal Kaffee auf der Insel Chatham, dem heutigen San Cristóbal. Es waren Arabica-Pflanzen der Sorte Bourbon, die zuvor aus französischen Kolonien eingeführt worden waren. Fast unvorstellbar, dass diese vor rund 120 Jahren angepflanzten Kaffeebäume noch heute exzellente Kaffeebohnen produzieren. Üblich ist bei Kaffeesträuchern eine Lebensdauer von 30 bis 40 Jahren. Auf den Galápagos-Inseln werden heute cirka 6.000 Sack Kaffee erzeugt, von denen 3.000 von der Insel San Cristóbal stammen. Die Kunden für diesen Kaffee leben in der EU, den USA und Japan.

Inselkaffee
Was macht diesen "Inselkaffee" so einzigartig? Das Klima ist aufgrund der kalten, aus der Antarktis stammenden Humboldt-Meeresströmung gemäßigt ozeanisch und bringt den Südhängen der Inseln zwischen Jänner und Mai tropischen Regen. Die Kaffeebäume wachsen auf relativ jungem und nährstoffreichem Vulkanboden. Das intakte Ökosystem und einzigartige Mikroklima - jeglicher Einsatz von Pestiziden, Fungiziden, Herbiziden und chemischen Düngemitteln ist verboten - erlaubt die Erzeugung von bestem Biokaffee. Galápagos-Kaffee gedeiht unter Schattenbäumen wie Avocados, Guaven und Orangen. Gedüngt wird nur mit organischen Substanzen.

Zwei Ernten
Zweimal im Jahr wird geerntet und es ist möglich, Kaffeeblüten und Kirschen gleichzeitig gleichen Zeit am selben Ast zu sehen. Die reifen Kaffeekirschen werden mit der Hand geerntet und dann zu den sogenannten Nass-Beneficios gebracht, in denen die Kaffeebohnen vom Fruchtfleisch und den anderen Substanzen getrennt werden. Auch bei diesem Prozess wird streng auf geringst mögliche Umweltbelastung und hohe Wasserreinhaltung sowie Produktqualität geachtet. Nach Fermentation, Waschen, Trocknung und Selektion gehen die Rohkaffeebohnen in den Export. Während jeder Prozessphase ist gesichert, dass ein nachhaltiges Wirtschaften gewährleistet ist, geeignete Technik eingesetzt wird, eine angemessene Entlohnung der Beschäftigten erfolgt und Galápagos-Kaffee von der einheimischen Bevölkerung erzeugt wird.

Galápagos-Kaffee zeichnet sich in der Tasse durch einen vollen Körper und abgerundeten Geschmack aus. Sein frisches Aroma und die angenehme und bekömmliche Säure in Verbindung mit einer zarten schokoladigen Note macht ihn vergleichbar mit den teuersten karibischen Plantagenkaffees. Der Geschmackseindruck klingt noch lange und intensiv nach. Selbstverständlich hat diese rare Spezialität für den Kaffeegenießer auch ihren Preis.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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