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V. l. n. r.: Chieh-shu Tzou, Barbara Bauer, ­Johannes Hornig vor dem Trommelröster.

Kaffeebar mit eigener Röstung

09.03.2017

Die österreichische Spezialitätenrösterei J. Hornig eröffnete ihre erste Kaffeebar in Wien. Mit einer hauseigenen Rösterei und modernem Design will man frischen Wind in die Kaffeehausszene bringen.
 

Aus einem traditionellen Café wurde eine moderne Third-Wave-Kaffeebar.

Johannes Hornig ist ein Mann mit Visionen. Und noch wichtiger: Er hat auch ein gutes Händchen dafür, diese zu verwirklichen. Vor knapp sechs Jahren übernahm er die Geschäftsführung der steirischen Spezial-
rösterei, und seitdem ist viel passiert. Im Vorjahr brachte Hornig seinen Cold Brew als Alternative zu den zuckerhaltigen Coffee-to-go-Bechern im Supermarkt und zum klassischen Wiener Eiskaffee auf den Markt. 

Auf der dritten Welle

Heuer wagt das Grazer Unternehmen nun den Sprung in die Gastronomie. Hornig segelt damit auf der sogenannten „Third Wave“ der Kaffeehistorie, die aus dem angelsächsischen Raum kommend längst auch in Mitteleuropa eingetroffen ist. Dieses Craft-Coffee-Movement verfolgt dabei ähnliche Ziele wie die Craft-Beer-Szene: Sie agiert lokal, regional und transparent: „Den Menschen ist es immer wichtiger zu wissen, woher der Kaffee kommt und ob er unter fairen Bedingungen produziert wurde“, sagt Hornig. Und letztendlich ist auch interessant, wie Kaffee eigentlich geröstet wird. Dabei können die Gäste der Ende Februar eröffneten Hornig Kaffeebar künftig sogar zusehen, denn ein Teil der Bohnen für die Kaffees von J. Hornig wird direkt vor Ort im traditionellen Langzeit-Trommelröstverfahren verarbeitet. 
Die Entscheidung für den Standort wurde ganz bewusst gefällt: „Der siebente Wiener Gemeindebezirk steht für Weltoffenheit und Experimentierfreude“, sagt Johannes Hornig. Die Ausstattung mit WLAN sowie USB-Steckdosen an jedem Sitzplatz gibt den Gästen die Möglichkeit, die Kaffeebar auch als Arbeitsplatz zu nutzen. 
Für die Konzeption und Gestaltung des 120 m2 großen Lokals wurde Architekt Chieh-shu Tzou von Tzou Lubroth Architekten engagiert. Er baute auf dem Bestehenden auf: „Im Gebäude war schon vorher ein Kaffeehaus. Für uns war es sehr spannend, den Bogen von dieser Tradition ins Heute zu spannen.“ Das gelang, indem man offensichtlich vieles wegließ.

Kaffee aus der Zapfanlage

Auf dem neuesten Stand der Technik ist auch die gastronomische Ausstattung mit z. B. der Siebträgermaschine Faema E 71, die heuer bei den österreichischen Barista-Meisterschaften zum Einsatz kam. Und auch der allerneueste Trend in Sachen Kaffee ist schon in naher Zukunft Teil des J.-Hornig-Kaffeebar-Konzepts: Nitro Coffee. Dabei wird der Kaffee mit einem Sauerstoff-Stickstoff-Gemisch vermengt und kommt aus der Zapfanlage. Die Milch für den Kaffee kommt auch aus der Schank: „Wir beziehen die Milch in Zehn-Liter-Kübeln, aus denen dann hochgepumpt wird“, erklärt Barbara Bauer, Geschäftsführerin der J. Hornig Kaffeebar. Damit kann Müll vermieden werden. 
Zubereitet werden die Spezialitäten-Kaffees zum Teil auch mit alternativen Brühmethoden, wie Pour Over oder AeroPress. In Kooperation mit dem Wiener „Mehlspeis-Labor“ von Christina Tamburi bietet man süße Köstlichkeiten. Samstags und sonntags kann zwischen vier Frühstücksvarianten – von klassisch bis vegetarisch und vegan – gewählt und den ganzen Tag über gebruncht werden. „Unsere Philosophie ist es, der Kaffee einer neuen Generation zu sein. Die Gäste können sich rundum wohlfühlen und so – zumindest für eine kurze Zeit – dem hektischen Alltag entfliehen“, sagt Johannes Hornig.

Autor/in:
ute.fuith
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