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Kaffee(haus)kultur

07.10.2004

Der Tag des Kaffees wird am 1. Oktober 2004 erstmals österreichweit gefeiert. In der heimischen Gastronomie werden täglich 2,2 Mio.Tassen Kaffee getrunken oder 8.000 Tonnen Kaffee verarbeitet.

Mit 362 Millionen Litern Kaffee oder 165 Liter pro Kopf, die allein in Österreich im letzten Jahr getrunken wurden, ist Kaffee nach wie vor das beliebteste Getränk der Österreicher - nicht zuletzt, weil die Vielfalt der Zubereitungsarten mit der Vielzahl der Genießer und ihrer besonderen Vorstellung von einem „guten Kaffee“ wächst.
So entdecken immer mehr Österreicher den Kaffee neu: Ob klassisch als kleinen Braunen zusammen mit dem traditionellen Glas Wasser in einem österreichischen Kaffeehaus oder als Espresso mit der typischen Crema frisch zubereitet zu Hause, ob als Wellnesskaffee, als „coffee to go“ eiskalt oder als Instant-Cappuccino mit Vanilleflavour – Kaffee ist immer „trendy“. Damit ist Kaffee gleich hinter Mineralwasser die meistgetrunkene Flüssigkeit der Nation ohne Alkohol.
Österreichische Röstung
Die österreichische Kaffeekultur besitzt eine jahrhundertealte Tradition, die bis auf die Türkenbelagerung im Jahr 1683 zurückgeht. Sie entwickelte sich unter so spezifischen Bedingungen, dass sie heute einzigartig auf der Welt ist und sich von der italienischen grundlegend unterscheidet: Es sind der Einsatz der Rohkaffeesorten, die Art der Röstung, die Zubereitung und die alten österreichischen Rezepte, die österreichische Kaffeekultur unverwechselbar machen. „Bei der Wahl der Sorten wird sorgsamst geprüft: Nur ganz bestimmte Hochlandsorten aus Zentral- und Südamerika besitzen jene Güte, die schließlich zur besonderen Vollmundigkeit der Wiener Mischungen führt“, weiß Jeanette Meinl-Skrbensky. Die österreichische Röstung unterscheidet sich ebenfalls von anderen Ländern Europas – durch den Röstgrad! Die Deutschen trinken ihren Kaffee gern etwas heller, die Italiener wesentlich dunkler. Ein Umstand, dem in den Gastronomie-Mischungen schon westlich von Salzburg Rechnung zu tragen ist. Die österreichischen Rezepte und Zubereitungsarten sind mit ihrem Charme und ihren speziellen Kompositionen legendär – der Kapuziner genauso wie der Franziskaner, der Einspänner oder die Melange. Die österreichischen Kaffeehäuser pflegen diese Tradition und setzen dieses spezielle Knowhow in ihren Häusern um. Unterstützt werden sie dabei von den Röstern und speziellen Schulungsprogrammen.

„Röst-Know-how und optimale Umsetzung treffen beim berühmtesten Beispiel der österreichischen Kaffeekultur zusammen: Die Melange – serviert in einer Porzellanschale auf einem Silbertablett mit einem Glas Wasser und einem Löffel – ist schlichtweg Kult“, meint Frau Meinl-Skrbensky.
Die österreichische Gastronomie ist letztes Jahr im internationalen Vergleich gewachsen. Trends wie „Coffee to go“ haben natürlich auch Österreich erfasst, können die starke österreichische Kaffeekultur jedoch nicht schwächen. Der Österreicher liebt seine Melange, wie sie in Jahrhunderten liebevoller Auseinandersetzung mit Kaffee entstanden ist. Heute werden in der heimischen Gastronomie jährlich 8.000 Tonnen Kaffee verarbeitet, das sind 2,2 Millionen Tassen Kaffee, die täglich in der Gastronomie konsumiert
werden.
Wellness und Kaffee
Die Welt von heute ist schneller als früher und gewinnt Tag für Tag an Geschwindigkeit. Anforderungen, Sorgen und Stress nehmen zu, die Menschen stehen ständig unter Strom. Sie finden kaum Zeit, inne zu halten und die schönen Momente zu genießen. Die Sehnsucht nach Balance in ihrem Leben steigt jedoch zusehends. Neben der Alternative des traditionellen Schonkaffees ohne Koffein wollen immer mehr Kaffeegenießer einen neuen, ausbalancierten Kaffee. Die Kriterien für einen solchen Kaffee: Er muss aromatisch sein, um die Sinne zu verführen, er muss den richtigen Koffeingehalt haben, um anzuregen ohne aufzuregen, und er muss bekömmlich sein. Im Zusammenhang mit dem Schlagwort Wellness greifen auch immer mehr Konsumenten zu Biokaffee. Ob Kaffee mit einem ausgewogenen Maß an Koffein oder Biokaffee – die neuen „Wellnesskaffees“ entsprechen diesem Trend und bringen Wohlbefinden und Genuss in Einklang.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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