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Kalkulierbares Risiko

09.09.2010

Für die Low-Budget-Hotellerie gibt es Wachstumspotenzial in den Landeshauptstädten, wie eine aktuelle Studie von Kohl & Partner zeigt

„Wien ist im Vergleich mit deutschen Städten im Sektor Low Budget-Hotels deutlich unterversorgt.“

 Die Nächtigungszahlen für das erste Halbjahr 2010 zeigen, dass sich die österreichischen Landeshauptstädte aus touristischer Sicht sehr gut von der weltweiten Rezession erholt haben. Der Bauboom in der Hotellerie ist ungebrochen, insbesondere in Wien wird in Nobelherbergen investiert, aber eine nicht vernachlässigbare Größe stellt auch die Low-Budget-Hotellerie dar.

„Vergleichbar sind hier Wien und München, zwei Städte, die ähnliche Nächtigungszahlen aufweisen. Während München über 25 gebrandete Budget-Hotels verfügt, hat Wien lediglich acht  und zwei befinden sich in Planung. In Hamburg mit insgesamt 7,7 Millionen Nächtigungen- ist die Low-Budget-Hotellerie mit 19 Häusern vertreten“, beschreibt Mag. (FH) Martin Schaffer, geschäftsführender Gesellschafter der Tourismusberatungsagentur Kohl & Partner die Ausgangslage der Low-Budget-Hotellerie.

Günstiges Transaktionsvolumen
Wien ist im Vergleich mit deutschen Städten im Sektor Low-Budget-Hotels deutlich unterversorgt. In der Summe ist Wachstum angesagt, und internationale Betreiber möchten in den Landeshauptstädten, gefragt sind Wien, Innsbruck und Salzburg, in neue Hotels investieren. Die Vorteile für Investoren liegen einerseits beim günstigen Transaktionsvolumen, das zwischen fünf und zehn Millionen Euro liegt, andererseits ist das Investitionsrisiko aufgrund von langjährigen Pachtverträgen und hoher Gebäudeeffizienz gut kalkulierbar.

„Fonds, die in Budget-Hotels investieren, können Ausschüttungen ab sechs Prozent generieren; noch höhere Renditen können durch optimierte Betriebsführung und moderaten Personalaufwand erzielt werden“, weiß Schaffer aus bestehenden Projekten. Das Risiko für Investoren sieht Schaffer im steigenden Wettbewerb und in der Gefahr, dass sich die Budget-Hotellerie in Richtung des hart umkämpften Midscale und Upscale-Marktes bewegt.

„Low-Budget-Hotels sind nicht nur ein Krisenthema, die Nachfrage wird weiterhin stabil bleiben, da Firmen ihre Reisebudgets nicht erhöhen werden“, ist Schaffer überzeugt. Da Low-Budget-Hotels über wenig Infrastruktur verfügen, müssen sie verkehrsgünstig liegen. „Während in den Bundesländern die Erreichbarkeit mit dem Auto gewährleistet sein muss, zählt in Wien die Anbindung an den öffentlichen Verkehr.

Projektentwickler bevorzugen inzwischen Innenstadtlagen, die hohen Wiener Immobilienpreise können mit dem Low-Budget-Konzept nicht verdient werden“, weiß Martin Schaffer. Generell kann gesagt werden, dass es sich bei der Low-Budget-Hotellerie um hochwertige Zimmerprodukte handelt, die über eine technische Top-Ausstattung (Hifi, Movie Channels etc.) verfügen, und das auf einer preisgünstige Fläche. „Vier-Sterne Komfort auf Zwei-Sterne-Fläche“, fasst Schaffer zusammen.
Stelzmüller

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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