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Kampf gegen Missbrauch

24.06.2005

Mit der Einführung des Sicherheitssystems EMV (Eurocard/Mastercard/Visa) zu Jahresbeginn hat sich auch für Hoteliers und Gastronomen einiges geändert.

Mit der Einführung des Chipkartensystems auf den Kreditkarten soll der Missbrauch mit den Kreditkarten erschwert werden. Voraussetzung ist, dass das vorhandene Gerät Chips lesen kann. Hier sollte sich der Händler unbedingt absichern.
Zwar ist die Einführung chip-lesbarer Geräte erst bis 2008 notwendig, dies schließt aber die Haftung nicht aus. Was bedeutet das?
Wenn ein Kunde mit einer Karte, die einen Chip enthält, bezahlt, diese Karte aus welchem Grund auch immer, ungültig oder gefälscht ist, der Wirt aber über ein Magnetstreifengerät abrechnet, dann haftet der Wirt! Wird der Chip gelesen, dann muss bei einer Rückbelastung die ausgebende Bank dafür haften.
Aufgrund der Zunahme von Betrügereien (Geldfälschung, Kartenfälschungen, gestohlene Karten, duplizierte Karten) sind die Kreditkartenorganisationen natürlich bemüht, die Haftung auf ihre Vertragspartner abzuwälzen. Hier kommt der Gastronom unter Beweiszwang, was natürlich sehr schwierig ist.
Dazu gehört auch die sorgfältige Prüfung der Kreditkarten (siehe Kasten). Es kommt immer wieder vor, dass sich Rezeptionisten verleiten lassen, die Kontrolle der Kreditkarten großzügig zu übersehen.
Lehrreiche Praxis-Beispiele
Eine Familie bucht mit Kindern im Hotel – doch dann kann leider plötzlich der Ehemann nicht mitkommen. Die Frau bezahlt schließlich mit der Kreditkarte ihres Manns! Was das Hotel nicht weiß, ist, dass die Frau schon geschieden ist und noch so viel wie möglich ’rausholen will! Hier haftet der Hotelier, denn der Kreditkartenbeleg wurde nicht vom Kreditkarteninhaber unterschrieben. Dies ist sowieso ein Übel (Unterschrift nicht übereinstimmend), das gang und gäbe ist.
Die Kreditkarte sollte nicht aus der Hand gegeben werden, bevor die Unterschrift auf dem Beleg getätigt und vom Händler überprüft wurde.
Ein weiteres Beispiel: Eine Frau hat im Winter in ganz Vorarlberg eingekauft – vor allem in einem noblen Wintersportort. Ihr „Schmäh“: Der Ehemann musste leider kurzfristig abreisen und hat in der Hektik auch ihre Kreditkarten mitgenommen.
Sie hatte aber die Nummer und bat, dass man doch bei der Kreditkartenorganisation anrufen soll, um sich zu versichern, dass alles in Ordnung sei.
Nachdem es sich um eine gedoubelte Karte gehandelt hatte, (bzw. deren Nummer) wurde am Telefon ein prinzipielles OK erteilt.
Der Kundin wurde teure Ware ausgehändigt (man konnte ja von so einer feinen Dame ein gutes Geschäft erwarten). Die Händler wurden rückbelastet, und nachdem der Kunde keine Karte vorgelegt hatte, hätte auch nicht abgerechnet werden dürfen. Das Gleiche passierte natürlich auch in Hotels! Der Gastronom/Hotelier sitzt hier oft einem Irrtum auf: Er will Großzügigkeit gegenüber dem Gast zeigen, weil er ihn nicht verlieren will.
Doch wenn der Gast in betrügerischer Absicht handelt, hat man ihn schon verloren, nur dann haftet man auch noch für das Geld! Ist dies nicht der Fall, dann hat der Gast Verständnis, wenn man vorsichtig handelt. Jetzt sich aber gegen die Kreditkartenakzeptanz aufzubäumen, sich zu wehren oder überhaupt nicht zu akzeptieren, wäre ein fataler Fehler.
Der Tourismus macht vermehrt Werbung in den Ostblockstaaten. Gerade in diesen Staaten funktioniert Falschgeldherstellung, Kreditkartenmissbrauch etc. hervorragend.
Wie soll sich der Gastronom vor Falschgeld schützen?
Bei Karten – richtig gehandhabt – tritt er das Risiko an die ausstellende Bank ab! Dasselbe gilt für die EC-Karten!
Zudem hat der Händler heute die Möglichkeit, mit verschiedensten Kreditkartenorganisationen gleichzeitig Verträge abzuschließen. Der Hotelier hat es selbst in der Hand, die für sich günstigsten Konditionen abzuklären. Hier sollten nicht nur die Disagiosätze berücksichtigt werden, sondern auch die Kosten rundherum: z. B. Gerätekosten, Installationsgebühren, monatliche Wartungskosten, Telefongebühren, Zinsen für die Vorfinanzierung der Beträge, da die Überweisung erst nach 14 Tagen plus Banktage erfolgt oder innerhalb von drei bis vier Banktagen am Konto sind, Transaktionskosten, detaillierte Abrechnungsbelege sparen Buchhaltungskosten etc.
Der Hotelier muss sich nur einmal die Mühe nehmen und sich mit seinem Buchhalter zusammensetzen, die entsprechenden Konditionen und Kosten vergleichen und das für ihn entsprechend gute Angebot nutzen. Er wird sehen, dass das Damoklesschwert Disagiosätze keines ist.
Worum geht’s bei EMV
- Bei EMV handelt es sich um die Einführung des Chipkartensystems auf Kreditkarten. Diese sollen den Missbrauch von Kreditkarten erschweren, weil Chips nicht so leicht gefälscht werden können wie Magnetstreifen.
- Allerdings müssen auch die Lesegeräte emv-fähig sein. Neue Lesegeräte kosten zwar Geld, allerdings bleibt die Haftung für eventuelle Fälschungen bei der Kreditkartengesellschaft. Falls eine nicht-autorisierte Karte mit Chip nur mit einem Magnetstreifengerät gelesen wird, haftet seit Jahresbeginn der Wirt bzw. Händler und nicht die Kartengesellschaft!
- Besondere Vorsicht ist natürlich auch bei allen anderen
Sicherheitsfeatures der Karte geboten: Ist die Karte überhaupt noch gültig? Hat die Karte einen vierstelligen Sicherheitscode? Passt der Name auf der Karte zum Kunden (Ausweis verlangen). Unterschrift vergleichen! Ist die Kartennummer auf der Rückseite schwarz eingraviert?

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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