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Kamps expandiert mit Nordsee

18.09.2009

Heuer sind 15 neue Filialen in Deutschland und Österreich geplant – auch Skandinavien im Visier

Der deutsche Unternehmer Heiner Kamps treibt die Expansion der Fischrestaurantkette Nordsee voran, an der er über die britische Gesellschaft IFRC beteiligt ist. Im laufenden Jahr werden laut „Frankfurter Allgemeiner Zeitung“ (FAZ) 15 neue Filialen in Deutschland und Österreich sowie sieben neue Standorte in Süd- und Osteuropa und im Mittleren Osten eröffnet. Geplant sei zudem der baldige Markteintritt in Skandinavien, schreibt das Blatt unter Berufung auf IFRC.

In Österreich betreibt „Nordsee“ laut Firmenhomepage 35 Filialen. Der Zeitung „Die Welt“ zufolge eröffnet Kamps in den nächsten vier Wochen das erste Nordsee-Restaurant in Dubai. Zwei weitere Läden sollen dort folgen. Auch in Ägypten sind zwei Restaurants ge­plant. Ebenso gibt es Pläne für Spanien, Polen und skandinavische Länder. „In den nächsten drei Jahren wollen wir 60 Nordsee-Standorte außerhalb Deutschlands haben“, sagte ein Kamps-Sprecher dem Blatt.

Krise erleichtert Zukäufe
Die Finanzkrise erleichtere es der Gruppe zudem, Firmen zuzukaufen. Die Branche stehe vor einer Konsolidierung. Gespräche mit Akquisitionskandidaten habe man bereits aufgenommen. Kamps ist Vorstandsvorsitzender und größter Gesellschafter der Holding International Food Retail Capital. Zu der Firmengruppe gehören bisher der Salathersteller Homann, die Restaurantkette Nordsee sowie die kleine Bäckerkette Bastians.
Nordsee setzte im ersten Halbjahr 2009 rund 151 Mio. Euro um. Das war ein Plus von 0,8 Prozent auf der vergleichbaren Fläche. Die Ertragslage bezeichnete ein Sprecher laut FAZ als zufriedenstellend. Die gesamte Firmengruppe habe in den ersten sechs Monaten einen leichten Umsatzrückgang von 374 auf 363 Mio. Euro erlitten, heißt es in der Mitteilung. Heiner Kamps bekräftigte die Absicht, innerhalb der nächsten zwei Jahre eine Lebensmittelgruppe mit einem Umsatz von 1,5 Milliarden Euro aufzubauen.

Abschied vom Großhandel
Die Fischrestaurantkette Nordsee hat ihr Filialnetz im vergangenen Jahr auf 415 Standorte ausgebaut – mit Filialen in Deutschland, Österreich, der Schweiz sowie Tschechien, Rumänien und Ungarn. Vom Großhandel hat sich Kamps komplett verabschiedet. Nach dem Verkauf des norddeutschen Fischhändlers Deutsche See hat die Holding auch einen Großhändler in Österreich abgegeben.
Wie die „Welt“ berichtete, interessiert sich Kamps nun für die deutschen Tochterfirmen des Nahrungsmittelkonzerns Uniq. Dazu gehören Nadler aus Bottrop, Hopf aus Floh-Seligenthal in Thüringen sowie Pfennigs im niedersächsischen Sarstedt. Sie stellen Fisch-, Fleisch- oder Kartoffelsalat sowie Salatsoßen und Marinaden her. Das zum Verkauf stehende Nordeuropageschäft von Uniq erreichte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 239 Mio. Euro und damit knapp ein Drittel des Gesamtkonzerns.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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