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Eine streitbare Köchin, die schon lange für mehr Regionalität in der Küche, eine gesunde Ernährung und Bio kämpft.

Kann Sarah Wiener Politik?

21.02.2019

Die prominente Fernsehköchin Sarah Wiener möchte für die Grünen ins EU-Parlament einziehen. Eine gute Sache? Die ÖGZ-Redaktion ist sich nicht ganz einig, hat disktutiert und Pro und Contra erwogen.

Sie sei eine leidenschaftliche Verfechterin der europäischen Werte, sei erschrocken vom Aufstieg rechtspopulistischer Bewegungen und sei angetrieben von der Idee nachhaltiger Landwirtschaft und gesunder Ernährung, sagte die in Berlin lebende österreichische Starköchin Sarah Wiener, als sie ihre Kandidatur für die österreichischen Grünen zur Europawahl bekanntgab. Die 56-Jährige betreibt drei Restaurants, ein Cateringunternehmen, eine Stiftung für gesunde Ernährung und ist bekannt für ihre Kritik an Gentechnik und Großlandwirtschaft.

Die Frage lautet: Kann sie Politik?

Ja: Gut, denn Wiener hat Botschaft und Rückgrat

Politiker müssen g’standen sein. Rückgrat haben, sagt der Volksmund. Sarah Wiener hat beides. Wenn jemand seit jeher Projekte für mehr Tierwohl fördert und eine eigene Stiftung für gesunde Ernährung betreibt, kann niemand sagen, sie hätte keine Botschaft. Dass ihr Anliegen bei den europäischen Grünen am besten aufgehoben ist, scheint auch evident. Wieso soll eine gestandene und erfolgreiche Gastronomin nicht auch eine Bereicherung fürs EU-Parlament sein? Ach ja, weil sie ihre Betriebe vernachlässige. Echt? Klingt fast so wie: Frau, kümmere dich um dein Kind. Multitasking ist also reine Männersache? (Ex-)Unternehmer Trump zeigt, ja, wie toll er’s macht!  

Nein: Alles nur Show

Was bringt es, wenn Promis der Kategorien „B“ bis „D“ für (EU-)Wahlen kandidieren? Nun, im ersten Moment bringt es Parteien Aufmerksamkeit und die eine oder andere Gratis-Schlagzeile. Das war’s. Wir erinnern uns – zum Teil mit gemischten Gefühlen – an Ursula Stenzel, Hans-Peter Martin, Josef Broukal oder Eugen Freund: Sie alle hatten bzw. haben eine Affinität zur Politik. Bei Mercedes Echerer, die für die Grünen fünf Jahre lang im EU-Parlament saß, wird es mit der Politik-Affinität schon schwieriger. Da war wohl der Promifaktor (gefühlt „B“ bis „C“) der Grund fürs Antreten. Und jetzt also Sarah Wiener für die Grünen. Eine Unternehmerin mit mehreren Betrieben, die EU-Parlamentarierin wird – bitte, wie geht sich das aus? Kann man Betriebe aus der Ferne leiten? Oder umgekehrt im Nebenerwerb EU-Politik machen? Hoffentlich schlittert Frau Wiener nicht ins Burn-out ...  

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