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Karriere auf der Etage

03.06.2010

Für die Gewerkschaft ist die „Putzfrau“ ein Job ohne Perspektive. Die Hotellerie will für das Housekeeping hingegen ein zukunftsweisendes Berufsbild entwickeln. Die ÖGZ geht der Frage nach, wie viel Management-Potenzial im Etagenservice steckt

 Einen Lehrberuf zu erstellen und neu zu machen, das ist eine langwierige Angelegenheit“, weiß Siegfried Egger, Fachgruppenobmann Hotellerie in der Wirtschaftskammer Tirol und Bundesausbildungsexperte der Fachgruppe Hotellerie, ein Lied zu singen. „Dass der Housekeeper noch kein Lehrberuf ist, ist eigentlich unglaublich. Das ist ein so wesentlicher Teil des Betriebes. Sauberkeit kommt direkt nach Freundlichkeit, Gemütlichkeit und Küche“, betont Egger. „Ein Zimmermädchen wird einfach angestellt. Die Qualifikation ist zumeist zweitrangig. Beim Küchenchef oder Restaurantfachmann wäre das nicht denkbar.“

Die Sparte Tourismus bzw. die Fachgruppe Hotellerie arbeitet derzeit an einer Machbarkeitsstudie für diesen Ausbildungszweig. Die Sozialpartner sollen mit Hilfe von ausgearbeiteten Ausbildungsplänen durch Branchenexperten des Landes und einer Feasibility-Studie von der Sinnhaftigkeit dieses Lehrberufes überzeugt werden. „Man spricht schon lang nicht mehr vom Putzfrauenjob, sondern von einem hoch qualifizierten Dienstleistungsberuf. Werden Putzmittel falsch eingesetzt, können teure Einrichtungen ruiniert oder im schlimmsten Fall durch unsachgemäße Verwendung Verletzungen auftreten. Auch die Putzmaschinen müssen richtig eingesetzt werden, um einen optimalen Reinigungseffekt zu erzielen. Bodensauger, Wasch- oder auch Bügelmaschinen werden heute und zukünftig mehr und mehr mit technischen Elementen verbessert und dies benötigt eine richtige Einschulung unserer Etagen-mitarbeiter“, so Egger.

Der Bundesausbildungsexperte ist überzeugt: „Die Evaluierung ist ein gesetzlich vorgegebenes Steuerungselement, um die Sorgfalt für den Einsatz von Arbeitsgeräten und Maschinen gewährleisten zu können, aber wer ist in den zahlreichen kleineren Betrieben dafür qualifiziert, wo es keine Gouvernante gibt?“ Auch die Kommunikation hält Egger für wesentlich. „Denn schließlich gibt es da noch den Faktor Gast. Die Mitarbeiter im Etagenbereich sollten über den Betrieb genügend Informationen haben, um dem Gast mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Eine gängige Fremdsprache sollte auch für einen Housekeeping-Mitarbeiter Pflicht sein und kann ebenfalls in dieser Ausbildung seinen Platz finden.“

Egger erwartet sich für den künftigen Beruf des Housekeepers besonders auch im sprachlichen Bereich eine Aufwertung. „Wenn Gäste auf Mitarbeiter treffen, erwarten sie eine kompetente Auskunft. Im Etagenbereich gibt es oft Extrawünsche. Bleiben diese unerledigt, behält der Gast das Hotel in schlechter Erinnerung. Kritiken auf dem Bewertungsportal Holidaycheck.at sind das beste Beispiel dafür. Ein Großteil der negativen Berichte sind auf schlechte Erfahrungen im Hotelzimmer zurückzuführen.

Weiters ist die Fachgruppe dabei, die Schwerpunkte des Zimmermädchenberufes aufzugliedern und die Inhalte, die es auszubilden gilt, festzulegen. Auch die Frage der Ausbildungsdauer ist zu klären. Müssen es drei Jahre sein oder reichen zwei bis zweieinhalb Jahre? Im Bereich Housekeeping soll es künftig auch Führungskräfte geben. „Eine Gouvernante ist eine Berufsbezeichnung, die daraus entstanden ist, dass jemand über jahrelange Praxis verfügt. Eine ordentliche Lehre anzubieten, wäre doch ein gutes und positives Signal.“

B. Egger

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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