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Bier in all seinen Facetten wird es bei der Mai-Ausgabe des Craft Bier Fests Wien zu erleben geben. Und erstmals präsentiert sich ein Gastland – Tschechien.

Kathedrale der Bierreligiösen

10.04.2017

Beim Craft Bier Fest Wien in der Marx Halle präsentiert sich am 5. und 6. Mai erstmals ein Gastland: die Tschechische Republik.

Wussten Sie eigentlich, was für Gäste zu den größten Unannehmlichkeiten beim Besuch eines Bierlokals gehört? Laut Conrad Seidls neuem Buch „Bierbusiness“, das soeben erschienen ist, sind das u. a. lange Wartezeiten auf die Bedienung, schlecht gezapftes Bier, das Zusammenpanschen aus mehreren Gläsern, aber auch zu kaltes, zu warmes oder – no na – nicht frisches Bier. Die meisten der oben genannten „Unannehmlichkeiten“ sind auch für Gäste Gründe dafür, ein Lokal nicht mehr zu besuchen. 

Auf dem Craft Bier Fest Wien (5. und 6. Mai 2017, Marx Halle) ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Besuchern so etwas nicht unterkommt. Wartezeiten gibt es kaum, und wenn, dann bewegen sie sich im erträglichen Rahmen. Schlecht gezapftes oder zusammengepanschtes Bier kommt einem auch so gut wie nicht unter (zumindest ist uns das nicht zu Ohren gekommen, Anm.), und was die Temperatur der dargereichten Biere angeht: Die ist meistens perfekt auf den jeweiligen Bierstil abgestimmt, zumindest geben sich die ausstellenden Brauereien die allergrößte Mühe, ihre Produkte auch perfekt anzubieten. 

Erfolgsgeschichte

Das Craft Bier Fest Wien ist eine Erfolgsgeschichte. Der Grund dafür liegt nicht nur in der ausgezeichneten Organisation der Veranstaltung, sondern auch an der immer größer werdenden Biervielfalt. Denn Kleinbrauereien und Gypsy-Brewer (Wanderbrauer, Anm.) schießen seit geraumer Zeit wie Pilze aus dem Boden – das Craft Bier Fest ist für diese (Klein-)Produzenten die perfekte Bühne. Das ist gut so, Produktvielfalt, Regionalität und Biere, die nicht „Mainstream“ sind, bedeuten auch Chancen für kluge Gastronomen, was Positionierung und regio-naler Bezug zu und von Produkten angeht. So verwundert es auch nicht, dass sich immer mehr Gastronomen unter den Besuchern finden. Der persönliche Kontakt zu den Brauereien ist schließlich kein Nachteil, wenn es um den Wareneinkauf geht ...

Tschechien im Fokus

Nach der erfolgreichen Herbstausgabe 2016 in der Marx Halle, mit der bislang größten Ausstellerfläche, findet die Frühjahrsausgabe wieder am selben Standort statt – hoffentlich nicht zum letzten Mal. Denn wie man hört, soll der größte Teil der Marx Halle zu Wohnungen und Büros umgewandelt werden. Die Stadt wäre um eine tolle Event-Location ärmer, auch die Organisatoren des Craft Bier Fests bangen um die Marx Halle. Alternative Locations ähnlicher Größe, die auch gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind, gibt es keine mehr – einmal abgesehen von der Wiener Stadthalle, die aber vergleichsweise unsexy ist und in Sachen Flair nicht annähernd an die Marx Halle oder die mittlerweile unerschwinglich gewordene Anker-Expedithalle herankommt.

Aber zurück zu den erfreulichen Aspekten. Veranstalter Micky Klemsch: „Unter den bereits angemeldeten Ausstellern sind Brauereien aus Ländern, die sich erstmals in Österreich präsentieren. Wir freuen uns sehr, dass unser Genussevent so viel internationale Resonanz erfährt.“ Das Konzept des Festivals, das schon beim letzten Event um Aussteller von Kleinbrauanlagen und Zubehör für DIY-Brauer erweitert wurde, erhält mit einem Gastland einen weiteren Höhepunkt. So wird die Tschechische Republik mit den Speerspitzen ihrer traditionellen Bierkultur in Wien die Aufwartung machen. 

Die Qualität von kleinen Brauern wie Lucky Bastard aus Brünn, Raven aus Pilsen oder Pivochroust aus Prag hält gut mit international bekannten Bieren großer Brauer wie Velkopopovicky Kozel oder Pilsner Urquell mit. Mit ihren Brauspezialitäten legen die handwerklichen Kleinbrauer immer wieder Beachtliches vor – auch in Sachen Kreativität. 

Übrigens: Auch das Bühnenprogramm in der Marx Halle wird sich diesmal an der gemeinsamen Bierkultur der Tschechischen Republik und des Bierlandes Österreich orientieren. www.craftbierfest.at

Autor/in:
Alexander Grübling
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