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Kein Arbeitsmarkt-Tsunami durch Ostöffnung

24.02.2011

Wien. vida-Vorsitzender Rudolf Kaske sieht der Arbeitsmarktöffnung mit1. Mai 2011 für acht neue EU-Länder gelassen entgegen. Heftige Kritik übt er aber am Versuch eines Winter-Praktikums einer Kärntner Tourismusschule.

vida-Vorsitzender Rudolf Kaske fordert attraktivere Arbeitsbedingungen im Tourismus

„Der österreichische Tourismus war im vergangenen Jahr gut unterwegs und konnte ein passables Ergebnis erzielen – was die Nächtigungszahlen, aber auch den Umsatz betrifft“, resümiert Rudolf Kaske, Vorsitzender der Gewerkschaft vida und ÖGB-Arbeitsmarktsprecher heute im Rahmen einer Pressekonferenz. Die Beschäftigung in der Branche ist im Jahresdurchschnitt 2010 auf 180.963 Personen gestiegen. Das bedeutet im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 2,4 Prozent. Die Zahl der in der Branche Arbeitslosen sank um 0,6 Prozent. Mit einer Gesamtzahl von 32.760 ist die Arbeitslosigkeit aber nach wie vor „traditionell“ hoch. Das sei auch auf die hohe Saisonbeschäftigungsquote zurückzuführen.

Eigenes Gesetz gegen Lohndumping
Mit 1. Mai dieses Jahres wird der österreichische Arbeitsmarkt für acht neue EU-Länder - Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien, Estland, Lettland und Litauen - geöffnet. „Wir erwarten ein zusätzliches Angebot an Arbeitskräften. Schätzungen von Wirtschaftsforschern gehen von 15.000 bis 25.000 Personen aus“, berichtet Kaske, der keinen „Arbeitsmarkt-Tsunami“ erwartet. Bei einer Gesamtbeschäftigung von rund 3,3 Mio. ArbeitnehmerInnen über alle Branchen sei dieser Wert vergleichsweise gering und verkraftbar. Nichtsdestotrotz seien die Sorgen der in- und ausländische Arbeitnehmer am österreichischen Arbeitsmarkt ernst zu nehmen. Es sei wichtig, zu informieren und die Öffnung gut vorzubereiten, wie etwa mit dem Antilohn- und Antisozialdumping-Gesetz, das dank Minister Rudolf Hundstorfer vor wenigen Tagen  im Ministerrat verabschiedet wurde.

Schüler und Lehrlinge sind keine Billig-Arbeitskräfte
Heftige Kritik von Seiten der Gewerkschaft vida erntet der Schulversuch einer Kärntner Tourismusschule: Jugendliche dürfen in einer Kärntner Tourismusschule auch im Winter Praktika machen, jubelte die ÖHV. Dahinter steckt jedoch ein perfides „Kostensenkungsprogramm“, warnt Kaske: „Praktikanten bekommen korrespondierend mit dem jeweiligen Schul- oder Lehrjahr eine Lehrlingsentschädigung. Das heißt, sie sind um mindestens ein Viertel bis zur Hälfte billiger als reguläre Arbeitnehmer der Branche.“ Weitere „Schulversuche“ in Tirol und Salzburg sind in Vorbereitung. „Bei Vollausbau in ganz Österreich könnte dieser Schulversuch tausende Arbeitsplätze gefährden“, warnt Kaske abschließend.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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