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Kein Beruf mit Zukunft

03.06.2010

Die Gewerkschaft kann einem Lehrberuf fürs Etagenservice nichts abgewinnen. Lehrberufe werden auf Ebene der Sozialpartner entwickelt und festgelegt.

vida-Vorsitzender Rudolf Kaske: „Wir sind für ‚Schmalspur-Ausbildungen‘ nicht zu haben.“

Gegen einen Lehrberuf „Houskeeping“ legt sich allerdings die Gewerkschaft quer, wie vida-Vorsitzender Rudolf Kaske im ÖGZ-Interview erläutert.

ÖGZ: Herr Kaske, die Hotellerie möchte einen Lehrberuf für das Etagenservice installieren, was halten Sie davon?
Rudolf Kaske: Diese Forderung nach einem Lehrberuf hat schon eine lange Historie. Ich habe mir diese Thematik schon vor Jahren genau angeschaut. Aus meiner Sicht hat sie nicht genug Inhalte für drei Lehrjahre. Wir sind für „Schmalspur-Ausbildungen“ nicht zu haben. Und in diesem Bereich sehe ich keinerlei Entwicklungsmöglichkeiten und Karrierechancen. Da ist für mich die Suppe einfach zu dünn.
 Die Möglichkeiten für einen Bereich „Houskeeping“, der über die Funktion des reinen Stubenmädchens hinausgeht, halten sich in Grenzen. Eigentlich das Housekeeping nur in 5-Sterne- und teilweise in 4-Sterne-Häusern. Man könnte zwar den Lehrberuf mit Themen wie Organisation und Hygiene aufpeppen.

Das ändert allerdings nichts an der Grundproblematik: Das Etagenpersonal verdient knapp 1.200 brutto. Es ist absolut keine leichte Tätigkeit und der Druck ist in den letzten Jahren gestiegen. Es heißt, bis zu 27 Zimmer pro Schicht zu schaffen. Die körperliche Belastung ist enorm. Das Problem ist das Heben und das Tragen. Viele müssen deshalb mit 40 oder 45 ihren Beruf krankheitsbedingt aufgeben. Ich halte es daher für verfehlt, diese Tätigkeit als Beruf mit Zukunft zu vermitteln.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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