Direkt zum Inhalt

Kein Beruf mit Zukunft

30.06.2010

Lehrberufe werden auf Ebene der Sozialpartner entwickelt und festgelegt. Die Gewerkschaft kann einem Lehrberuf fürs Etagenservice nichts abgewinnen

Gegen einen Lehrberuf „Houskeeping“ legt sich die Gewerkschaft quer, wie vida-Vorsitzender Rudolf Kaske im ÖGZ-Interview erläutert.

ÖGZ: Herr Kaske, die Hotellerie möchte einen Lehrberuf für das Etagenservice installieren, was halten Sie davon?
Rudolf Kaske: Diese Forderung nach einem Lehrberuf hat schon eine lange Historie. Ich habe mir diese Thematik schon vor Jahren genau angeschaut. Aus meiner Sicht hat sie nicht genug Inhalte für drei Lehrjahre. Wir sind für „Schmalspur-Ausbildungen“ nicht zu haben. Und in diesem Bereich sehe ich keinerlei Entwicklungsmöglichkeiten und Karrierechancen.

Da ist für mich die Suppe einfach zu dünn.
 Die Möglichkeiten für einen Bereich „Houskeeping“, der über die Funktion des reinen Stubenmädchens hinausgeht, halten sich in Grenzen. Eigentlich das Housekeeping nur in 5-Sterne- und teilweise in 4-Sterne-Häusern. Man könnte zwar den Lehrberuf mit Themen wie Organisation und Hygiene aufpeppen. Das ändert allerdings nichts an der Grundproblematik: Das Etagenpersonal verdient knapp 1.200 brutto. Es ist absolut keine leichte Tätigkeit und der Druck ist in den letzten Jahren gestiegen.

Es heißt, bis zu 27 Zimmer pro Schicht zu schaffen. Die körperliche Belastung ist enorm. Das Problem ist das Heben und das Tragen. Viele müssen deshalb mit 40 oder 45 ihren Beruf krankheitsbedingt aufgeben. Ich halte es daher für verfehlt, diese Tätigkeit als Beruf mit Zukunft zu vermitteln.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
Werbung

Weiterführende Themen

Tourismus
25.04.2012

Wien. Auch die dritte Runde für einen neuen Kolllektivvertrag im Hotel- und Gastgewerbe am 23. April blieb ohne Ergebnis. Die WKÖ wären bereit den Mindestlohn innerhalb von zwei Jahren auf 1.300 ...

Spartenobmann Hans Schenner: "Die heute veröffentlichten Zahlen beweisen einmal mehr, dass die österreichische Tourismuswirtschaft mit ihrer Strategie auf dem richtigen Weg ist".
Tourismus
12.01.2012

Wien. WK-Spartenobmann Hans Schenner schlägt 100 Euro pro Monat für die gesamte Lehrzeit für Lehrlinge vor. Derzeit gibt es 1.652 offene Lehrstellen im Fremdenverkehr, die schwer zu besetzen sind ...

Für AK-Wien-Vizepräsident Rudolf Kasek ist Schwarzunternehmertum kein Kavaliersdelikt
Tourismus
21.12.2011

Wien. vida-Vorsitzender und ÖGB-Arbeitsmarktsprecher Rudolf Kaske kritisiert, dass einzelne Arbeitgeber die Arbeitslosenversicherung missbrauchen, um ihre Beschäftigten in auftragsärmeren Zeiten " ...

Spartenobmann Johann Schenner
Tourismus
17.11.2011

Wien. Die Sozialpartner haben sich auf ein Tourismuskontigent für den heurigen Winter geeinigt. Gemeinsam mit dem bereits im Oktober verordneten Gletscherkontingent beträgt die diesjährige ...

Tourismus
13.10.2011

Wien. Die Österreichische Hoteliervereinigung bemängelt die Ausbildung für den Tourismus. Tourismusforscher Peter Zellmann sieht durch falsche Prioritäten bei der Ausbildung viel Potential ...

Werbung