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Kein blauer Dunst über dem Gourmetteller

23.10.2006

Nur zwei Monate nach dem Start von „Vorarlberg isst… rauchfrei“, der gemeinsamen Initiative der Fachgruppen Gastronomie und Hotellerie der Vorarlberger Wirtschaftskammer, bieten bereits über 30 Vorarlberger Betriebe kulinarischen Genuss ohne störenden Qualm. Rauchen ist in diesen Speiselokalen nur noch in abtrennbaren Nebenräumen möglich.

Die Genuss-Region Vorarlberg steht für eine qualitätsbewusste Gastronomie, die das kulinarische Erlebnis in den Vordergrund stellt. Der Genuss soll daher durch den „blauen Dunst“ nicht geschmälert werden, sind immer mehr Gastwirte überzeugt. Sie haben sich nun der Initiative „Vorarlberg isst … rauchfrei“ angeschlossen und tragen damit dem zunehmenden Wunsch der Gäste nach rauchfreien Speiseräumen Rechnung.

Gäste machen Druck

Insbesondere in der gehobenen Gastronomie ist die Ablehnung gegenüber Rauchen beim Essen deutlich gewachsen. „Die Gäste, übrigens auch viele Raucher, wollen das feine Essen mit allen Sinnen genießen. Dabei wäre Rauch vom Nachbartisch vielfach störend“, betont Günther Pfefferkorn, Obmann der Fachgruppe Hotellerie. Das bestätigt auch Heino Huber vom Bregenzer Deuring Schlössle, der weiß, wie sehr es die Gäste schätzen „große Küche rauchfrei zu erleben“.

Ziel der Initiative sei aber, so Pfefferkorn, nicht die Verbannung der Raucher, wie sie in anderen EU-Ländern bereits Realität ist, sondern allen Gästen die Möglichkeit zu geben, die Qualität der heimischen Gastronomie ungestört zu genießen. Da aber auch das Rauchen eine Form von Genuss ist, werden in den „rauchfreien“ Speiselokalen und A-la-Carte-Restaurants den Rauchern deutlich abgrenzbare, speisefreie Bereiche, wie die Lounge oder die Bar, sowie der Garten aber auch völlig abgetrennte Räume des Speisebereichs zur Verfügung gestellt. Damit wird auf die Bedürfnisse der Nichtraucher, aber auch auf die der Raucher eingegangen.

Keine ökonomischen Nachteile

Erste Erfahrungen zeigen, dass das Bemühen der Gastronomie um rauchfreien Genuss auf große Zustimmung unter den Gästen stößt und daher auch wirtschaftlich sinnvoll ist. „Natürlich kommt es vor, dass am Anfang einige Stammgäste wegbleiben, doch die meisten kehren schon nach kurzer Zeit zurück, und außerdem gewinnt man viele neue Gäste dazu“, weiß Ulli Frick vom Gasthaus Krönele in Lustenau, das schon seit über einem Jahr komplett rauchfrei ist.

Alle Betriebe, die die „rauchfrei“-Kriterien erfüllen, werden von der Fachgruppe mit Werbematerial sowie öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen, wie der Veröffentlichung auf der Website www.vorarlberg-isst.at, unterstützt. Dort wurde nun auch ein Userforum eingerichtet, wo Gäste ihre Meinung zum Thema „rauchfreie Speiselokale“ platzieren können. Diese Stimmen sollen dazu beitragen, weitere Betriebe zu animieren, sich der Initiative anzuschließen. „Wir sind mit dem ehrgeizigen Ziel angetreten, bis Ende 2007 hundert rauchfreie Betriebe in Vorarlberg zu haben – mehr als 30 Teilnehmer nach nur zwei Monaten machen uns optimistisch, die Zahl noch zu überbieten“, sagt Andrew Nussbaumer, Obmann der Fachgruppe Gastronomie und mit seinem „Palast“ selbst Teil der „rauchfrei“-Intiative.

Endspurt für „Rauchfrei genießen“

Parallel zu „Vorarlberg isst… rauchfrei“ läuft derzeit noch die Initiative „Rauchfrei genießen“ des Gesundheitsministeriums. Die Vereinbarung zur freiwilligen Einrichtung von Nichtraucherbereichen in Gastgewerbebetrieben über 75 m2 wurde zwischen der österreichischen Gastronomie und Gesundheitsministerin Rauch-Kallat ausgehandelt. Bis Ende 2006 sollten so praktisch flächendeckend Nichtraucherbereiche zur Verfügung stehen. In Vorarlberg beteiligen sich überdurchschnittlich viele Speiselokale an der Aktion: über 85 Prozent haben bereits eigene Nichtraucherbereiche eingerichtet. „Wir sind daher sehr optimistisch, das Endziel – 90% bis Ende 2006 – noch zu erreichen“, so Harald Furtner, Geschäftsführer der Fachgruppen Gastronomie und Hotellerie.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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