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Kein Ende der hohen Preise in Sicht

18.03.2011

Der Rohkaffeepreis stieg im März 2011 im Jahresvergleich um 84 Prozent – höchster Wert seit Juni 1977

Die Preise für ein Pfund Rohkaffee sind im März 2011 gegenüber dem Vorjahr um 84 Prozent  gestiegen. | * Stand 10. März 2011

Das Jahr 2011 startete an den internationalen Rohstoffbörsen mit einem Höhenflug der Kaffeepreise: Der von der International Coffee Organization (ICO) berechnete Durchschnittspreis für Rohkaffee stieg im März 2011 (Stand: 10. März) gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres um 84 Prozent auf 230 US-Cent/Pfund – das ist der höchste Wert seit Juni 1977. Als Preistreiber wirkten vor allem die – in Österreich wegen ihres milden Geschmackes sehr beliebten – Hochland Arabica-Bohnen: Ein Pfund dieser edlen Kaffee-Sorte kostete am 10. März 2011 308,4 US-Cent (März 2010: 205,7 US-Cent/Pfund). In den Tagen zuvor kletterten die Preise für Arabicas sogar kurzfristig über die 320er Marke. Zum Vergleich: 2002 lag der Preis für Hochland-Arabicas bei 65 US-Cent je Pfund.

 

Neben der Entwicklung der Kaffeepreise machen der Kaffeebranche auch steigende Kosten für Kakao, Milchpulver und Zucker zu schaffen. Laut International Cocoa Organization kostete eine Tonne Kakao im Februar 2011 (Stand: 18.2.) 3.476 US-Dollar – das entspricht einem Plus von 32 Prozent innerhalb von zwei Jahren (Jänner 2009: 2.626 US-Dollar/Tonne). Auch die Preise für Milchpulver sind seit 2009 explodiert: Eine Tonne kostet aktuell 2.750 Euro - nach 1.618 Euro in 2009. Das ist ein Zuwachs von 70 Prozent. Zusätzlich wirkt auch der Ölpreis als Preistreiber, verteuert er doch den Transport und die Röstung.

 

Überhitztes Preisniveau

 

Gerald Steger, Vorsitzender der Geschäftsführung von café+co, dem führenden Kaffee-Caterer in Österreich sowie Zentral- und Osteuropa, sieht vorläufig kein Ende der Hausse: „Der weltweite Kaffeekonsum wird auch 2011 weiter ansteigen. Neben den Zuwächsen in China und Indien steigt auch der Verbrauch in den Produktionsländern kontinuierlich an. Gleichzeitig sind die Lager in Folge zahlreicher Ernteausfälle der Vorjahre so niedrig wie selten zuvor. Das macht den Kaffeepreis extrem anfällig für Schwankungen. Hinzu kommt, dass das aktuelle Preisniveau auch spekulativ „überhitzt“ ist. Mittelfristig rechnen wir jedenfalls mit starken Schwankungen auf hohem Niveau.“

 

Selbst bei einer etwaigen Entspannung ist keine Rückkehr auf das Preisniveau früherer Jahre zu erwarten. „Aufgrund der niedrigen Lagerstände werden einige Kaffee-Spezialitäten demnächst überhaupt ausverkauft sein. Für Anbieter von Qualitätskaffee geht es daher derzeit auch um die Absicherung des Einkaufsvolumens.“

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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