Direkt zum Inhalt
 

Kein freier Eintritt mehr

20.04.2018

Overtourismus in Salzburg: Domkustos verlangt ab Sommer Eintritt für den Besuch des barocken Doms.

Salzburger Dom: Besuche nur noch gegen Eintritt

Zur Steuerung der Touristenmassen wird ab Sommer 2019 im Salzburger Dom nach Wiener Vorbild Eintritt verlangt. Das sagte Domkustos Prälat Johann Reißmeier gegenüber den Salzburger Nachrichten. Denn "in der Hochsaison ist die Situation unerträglich", betonte Reißmeier. Ihm sei klar, dass 2019 für den Aufbau einer Eintrittslogistik eine knappe Zielvorgabe sei. "Aber mir geht es um zügiges Vorgehen."

Wie hoch der Eintritt sein wird, wurde noch nicht entschieden. Für den Wiener Stephansdom werden sechs Euro verlangt. Allerdings nur für Führungen mit Audiogiude oder Führer. Wer nur „zum Beten“ kommt, darf in Wien nach wie vor kostenlos rein. Allerdings hat der Stephansdom - anders als der Salzburger Dom - mehrere abgetrennte Kapellen, und ein kostenloser Zutritt kann auf den hinteren Teil des Langhauses beschränkt werden. Pro Jahr werden im Stephansdom 5,6 Millionen Einzeleintritte registriert. Davon entfällt der weitaus größte Teil auf Betende und Messbesucher, nur schätzungsweise 250.000 Personen zahlen Eintritte. Die Einnahmen daraus werden für den Erhalt des Doms verwendet.

Logistische Herausforderung

Laut Reißmeier besuchen aktuell jährlich an die zwei Millionen Touristen den Salzburger Dom. Experten zufolge dürfte sich mit dem Städtetourismus die Zahl jener, die in das Gotteshaus drängen, in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren verdoppeln.

Eintritt zu verlangen, ist immer mit einem beträchtlichen Mehraufwand verbunden: „Erstens geht es um zusätzliches Personal“, erklärt Reißmeier. „Voraussichtlich werden etwa fünf Mitarbeiter für Ordnungs- und Sicherheitsdienst erforderlich sein. Weiters ist zu klären, wie die Sicherheitskontrolle erfolgen soll, wo Tickets verkauft und wo sie kontrolliert werden und was ein über Smartphone abrufbarer Audioguide bieten kann." Künftig werde jedenfalls nur noch durch den Dom führen dürfen, wer vom Domkustos dazu autorisiert sei. "Wir wollen niemanden ausschließen, aber das Ziel ist Qualität", sagte Reißmeier.

Werbung

Weiterführende Themen

Im Rahmen einer landesweiten Roadshow wurde die „Diplomakademie Tourismus“ in den vergangenen Wochen Salzburger Touristikern vorgestellt. Im Bild Spartengeschäftsführer Reinhold Hauk (2. v. l.) und Georg Imlauer, Obmann der Fachgruppe Hotellerie (4. v. l.), mit Roadshow-Besuchern.
Tourismus
14.12.2018

Die Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft hat in der WK Salzburg die Diplomakademie Tourismus aus der Taufe gehoben. 20 junge Erwachsene nehmen an dem neuartigen Ausbildungsmodell teil und 60 ...

Kommentar
16.11.2018

Einmal im Jahr vergibt die Sparte Tourismus- und Freizeitwirtschaft der Wiener Wirtschaftskammer ihren Tourismuspreis. Das ist ein Ehrenpreis für besondere Verdienste um die Wiener ...

Tourismus
10.10.2018

Beim „Readers‘ Choice Award 2018“ des US-amerikanischen Reisemagazins Condé Nast Traveler zählen Salzburg und Wien zu den strahlenden Siegern. Beim Leser-Ranking landet bei den „large cities“ Wien ...

Tourismus
02.10.2018

Die Wirtschaftskammer Salzburg hat eine Diplomakademie für Tourismusberufe gegründet.

Tourismus
11.09.2018

Essay: Zu viele oder zu wenige Touristen? Ein Ausflug in die Metropole des Overtourism offenbarte überraschende Erkenntnisse.

 

Werbung