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Kein Marketinggag

26.02.2015

Es ist eine lange Fehde, die Quantität und Qualität am Genusssektor gegeneinander austragen. Nachhaltige Landwirtschaft ist nicht nur bei Lebensmitteln ein wichtiges Thema, sondern auch im Weinbau. Nach und nach haben es immer mehr Winzer verstanden, dass eine konventio-nelle Bewirtschaftung alles andere als nachhaltig ist. Pflanzenschutz, Insektenvernichtung, offene Böden und hohe Ernteerträge schädigen die Weingärten derart, dass sie erst nach Jahren ohne Chemie wieder ihr natürliches Gleichgewicht finden. Bei der Nachhaltigkeitsbilanz dürfen Dünger, Transport sowie Energie- und Wasseraufwand nicht vergessen werden. Natürlich gibt es auch hier eine Lobby, die den Winzern weismachen will, dass es ohne Hilfsmittel nicht geht. Wer etwa keine Reinzuchthefen verwendet, muss fürchten, dass die Gärung stoppt oder ungewollte Fehltöne entstehen. Wird jedoch vom Weingarten bis in den Keller nachhaltig gearbeitet, steht einer Spontangärung nichts im Wege. Die Bewirtschaftung ist zeitintensiver und risikoreicher, belohnt aber am Gaumen. Das vielzitierte „Terroir“ kann ein gesunder Weingarten besser transportieren.
Das Bio- und Demeterlogo ist Weintrinkern bereits bekannt. Bald werden neue Logos auf den Etiketten zu finden sein. Denn besonders nachhaltig arbeitende Betriebe können sich ab sofort offiziell zertifizieren. Der Österreichische Weinbauverband hat in Zusammenarbeit mit führenden wissenschaftlichen Institutionen ein Nachhaltigkeitsprogramm samt Online-Tool für die Weinbranche erstellt. Die Winzer geben ihre betrieblichen Kennzahlen ein, die automatisch nach einem bestimmten Schlüssel ausgewertet werden. Das Ergebnis der Selbstevaluierung ist ein Diagramm, das zeigt, wie weit der Betrieb von einem optimalen Wirtschaften entfernt ist und welche Verbesserungen erreicht werden können. Die ÖWM hat die Kommunikationsstrategie und die grafische Umsetzung erarbeitet. Zertifizierte Betriebe können zwischen zwei Varianten wählen: Entweder verwenden sie das Logo oder eine reine Textvariante mit der Internetadresse. Wie das aussieht, finden Sie unter: www.nachhaltigaustria.at.
Für Weinbaupräsident Johannes Schmuckenschlager ist das Projekt „kein Marketinggag“. Nachhaltigkeit dürfe nicht nur ein Schlagwort sein, sondern müsse nach strengen Kriterien definiert, überprüft und garantiert werden. Wir sind ganz seiner Meinung.
b.altenburger@wirtschaftsverlag.at

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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