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Keine Angst vor der Digitalisierung

15.11.2018

In einer neuen Serie geben unterschiedliche Experten der ÖW Tipps im Umgang mit digitalen Trends. Den Anfang macht Chief Digital Officer Reinhard Lanner. Er erklärt, wen Sie fragen können, wenn Sie beim Thema anstehen.
 

Reinhard Lanner, Chief Digital Officer bei der Österreich Werbung
Serie Digital

Einmal pro Monat, beginnend mit dieser Ausgabe, kommentieren wechselnde Experten aus der Österreich Werbung (ÖW) aktuelle Entwicklungen aus dem Bereich der Digitalisierung. Sie stellen anwendbares Wissen für ihren Betrieb bereit. Diesmal Chief Digital Officer Reini Lanner. 
 

Dass die Digitalisierung voranschreitet, ist kein Geheimnis. Weltweit werden bis 2020 knapp 62 Prozent der Weltbevölkerung online sein – vielfach mit dem Smartphone. Im Jahr 2016 wurden erstmals über 1,5 Milliarden Smartphones verkauft. Über Social Media ist bereits ein Drittel der Weltbevölkerung vernetzt. Allein via WhatsApp werden täglich über 50 Milliarden Nachrichten ausgetauscht. Dieses Wachstum bringt Veränderung.
„Mindestens 40 Prozent aller Unternehmen werden in den nächsten zehn Jahren verschwinden, wenn sie es nicht schaffen, sich auf die neuen Technologien einzustellen“, glaubt Cisco-Chairman John Chambers. Ob er dabei an den Tourismus denkt, ist nicht überliefert. Dass die Digitalisierung auch unsere Branche umkrempelt, ist jedenfalls klar.

Reiseentscheidung: Instagram

Unter anderem sehen wir aktuell spannende Entwicklungen bei der Reiseentscheidung. Besonders unter Jungen wird die „Instagramability“ ein immer wichtigerer Faktor. Statt im Urlaub nach Locations für schöne Fotos Ausschau zu halten, wird schon in der Planung auf Instagram nach vertaggten Locations recherchiert, an denen man sich ebenfalls via Selfie in Szene setzen möchte. Das Learning für uns Touristiker? Nicht nur, dass Hotels sich möglichst „instagramable“ gestalten sollten – eh klar. Aber eben auch: Informationen werden von den Gästen nicht primär auf unseren eigenen Seiten konsumiert. Instagram, Facebook, Foren: Das Netz ist voll mit Earned Content, so etwas wie Mundpropaganda im Netz. Der Kontakt mit unseren Angeboten spielt sich nicht nur auf unserer eigenen Website oder unserer Facebook-Page ab.
Externe Plattformen werden in diesem Sinn weiter an Bedeutung gewinnen. Denken wir dabei aber nicht nur an die üblichen Verdächtigen wie Google (Suche, Maps …), Facebook oder die einschlägigen Bewertungsplattformen, sondern auch an Nischen-Apps, die in ihrem jeweiligen Segment große Relevanz haben können. Beispielsweise Delinski (Restaurants in der Nähe finden), Quandoo (online Restauranttische reservieren) oder die Tourguide-App Komoot. Und natürlich Bergfex.

Informationen digitalisieren

Was können Anbieter tun, um sich den Herausforderungen und Trends durch die Digitalisierung zu stellen? Einer der ersten Schritte ist sicher das Digitalisieren der Informationen. Welche Inhalte machen Gästen Lust, ein Hotel oder Restaurant zu besuchen? Wie kann man Gäste bei der Reservierung auf verschiedenen digitalen Plattformen unterstützen? 
Apropos Buchung. Auch die Eingabemöglichkeiten entwickeln sich weiter. Dominierten bisher vor allem Text-eingaben via Tastatur oder Tippen auf Icons am Screen, möchten die User in Zukunft wohl vermehrt über Sprachsteuerung kommunizieren („Siri, suche mir ein Restaurant in der Nähe …“). Daher gilt es, die eigenen Inhalte so aufzubereiten und die nötigen Schnittstellen bereitzustellen, dass sie dieses neue Userverhalten bedienen – im Beispielfall von Siri kommen die Restaurant-Informationen von der Plattform TripAdvisor. 

Wer soll das stemmen? 

Die gute Nachricht ist: Ihre Branchenkollegen stehen vor denselben Herausforderungen und Problemstellungen. Regelmäßige Gespräche über gemeinsame Lösungen helfen hier schon weiter. Zum Beispiel: 
mit Branchenkollegen, weil sie möglicherweise schon eine Antwort gefunden haben.
mit den Mitarbeitern in der Tourismusorganisation – weil das Gäste-Erlebnis im Raum stattfindet, die Daten untereinander ausgetauscht werden sollten und die Organisationen bereits Systeme im Einsatz haben.
mit Ausbildungseinrichtungen, um neue Trends in dieser schnellen Entwicklung aufzuspüren. 
mit Querdenkern, damit man nicht nur bekannte Probleme löst, sondern neue Chancen, die in der Digitalisierung liegen, identifiziert.

Tourismus ist ein Kommunikationsgeschäft. Und weil sich die Art, wie wir mit unseren Gästen kommunizieren, gerade rapide wandelt, sollten wir dem Rechnung tragen.
Branchenweite Standards und eine gemeinsame Datenbasis werden in Zukunft die Basis für den individuellen Erfolg von Destinationen sein. Genau deswegen treibt die ÖW Innovationsprojekte wie die österreichweite Datenallianz im Tourismus voran. Von Infos zu Points of Interests bis zu Echtzeit-Buchungsdaten: Die Internetriesen Facebook, Google oder Amazon sollten nicht die Einzigen sein, die aus unseren Daten lernen.

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