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Keine „gesetzliche Bevormundung“

15.03.2007

In der Debatte rund um Rauchverbote in der österreichischen Gastronomie hat sich eine neue Initiative zu Wort gemeldet: Die vom Wiener Anwalt Manfred Ainedter gegründete Plattform „Rauchfrei(heit)!“ tritt gegen eine gesetzliche Regelung ein und fordert „Dialog statt Verbot“. Es gehe „nicht um eine Verhärtung der Fronten“, sondern um eine „Grundsatzdebatte“, inwieweit man vom Gesetzgeber eingeschränkt werden dürfe, sagt Ainedter.

Bei den Österreichern spüre er ein „Unbehagen“, was den Versuch etwa seitens der EU betreffe, das Privatleben mit Gesetzen zu reglementieren. Ein Rauchverbot in der Gastronomie sei womöglich „nur der Anfang eines Versuchs, alles gesetzlich regeln zu wollen“, so Ainedter.
„Ein Verbot sollte das letzte Mittel sein“, meint der Wiener Gastronom Stefan Gergely. Verbote würden die Gesellschaft spalten und Aggression provozieren, meint auch Starkoch Toni Mörwald, der in Restaurantbetreibern keine Anti-Raucher-Polizisten sehen will. Der Ausbau von rauchfreien Zonen solle freiwillig erfolgen, fordert die Plattform. Man trete für einen Schutz der Nichtraucher – aber ohne Diskriminierung der Raucher – ein.
70 % sind gegen ein generelles Rauchverbot
Einer von der neuen Initiative in Auftrag gegebenen OGM-Umfrage zufolge sind 70 Prozent der Österreicher der Meinung, es solle der Gastronomie selbst überlassen bleiben, Raucherzonen oder Verbote einzurichten, so Wolfgang Bachmayer vom Meinungsforschungsinstitut. Ein Fünftel glaubt, dass durch ein gesetzliches Glimmstängel-Verbot in Lokalen generell weniger geraucht würde. Etwas mehr als drei Viertel der 500 Befragten sind der Meinung, rauchen würde sich lediglich in andere Bereiche verlagern. Nur knapp jeder Zehnte glaubt, dass sich mit gesetzlichen Verboten eine gesündere Lebensweise erreichen ließe.
Die weitere Entwicklung in der Raucherdebatte werde der Markt bestimmen, meint Bachmayer. Ein Nichtraucherlokal, das Gergely vor zwei Jahren in Wien hatte zusperren müssen, könnte heute eventuell ein Erfolg sein, meint er.
Der Initiative, die nun den Dialog mit Meinungsbildnern und Entscheidern suchen will, haben sich prominente Raucher und Nichtraucher wie die Gastronomen Walter und Eveline Eselböck, Winzer Leo Hillinger, Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser und die Schauspieler Heinz Marecek und Brigitte Karner angeschlossen.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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