Direkt zum Inhalt

KFZ

16.04.2003

Bei der Entscheidung für eine bestimmte Finanzierungsvariante ist nicht nur die augenblickliche Liquidität entscheidend.

Häufig stellt sich beim Fahrzeugkauf die Frage: Kaufen, oder Leasen, was ist für mich günstiger?

Kauf
Sowohl für die Ausgaben zur Anschaffung, als auch für die laufenden Kosten eines Kfz (Benzin, Versicherung, Reparaturen …), kann grundsätzlich keine Vorsteuer vom Finanzamt zurückgeholt werden. Das bedeutet, dass neben dem Nettobetrag – zum Beispiel, einer Tankrechnung – auch der auf diese Rechnung entfallende Umsatzsteuerbetrag, als Betriebsausgabe von der Bemessungsgrundlage für die Einkommensteuer abgezogen wird.

Dieser Grundsatz gilt aber nicht für bestimmte Kleinbusse, Kastenwagen, Pritschenwagen und kleine Lkws, für die nach Meinung des Finanzministeriums der Vorsteuerabzug zusteht (siehe Seite 22).
Weiters gilt es zu beachten, dass Kfz generell nur bis zu einem Betrag von EUR 34.000,00 als Betriebsausgaben abgesetzt werden können, wobei in diesem Wert bereits Umsatzsteuer- und Normverbrauchsabgabebeträge (NoVA), sowie Kosten für Sonderausstattungen (Klimaanlage, Navigationssystem, etc.) einbezogen sind. Ist der Kaufpreis eines Autos höher, dann kann ein Gastwirt den überschiessenden Betrag nicht steuerlich absetzen („Luxusgrenze“). Beim Kauf eines Autos über der Luxusgrenze, sind auch die höheren Versicherungskosten entsprechend aliquot zu kürzen. Sind in diesem Fall auch die Betriebskosten höher als bei einem Kfz unter der Luxusgrenze, dann sind diese ebenfalls aliquot zu mindern.
Die Anschaffungsausgaben eines neuwertigen Kfz sind bis zur Höhe dieser Luxusgrenze mindestens auf 8 Jahre abzuschreiben. Bei Gebrauchtfahrzeugen, kann von den 8 Jahren die vom Voreigentümer bereits „verbrauchte“, Nutzungszeit abgezogen werden.
Kauft man hingegen ein Fahrzeug aus den Listen des Finanzministeriums, dann können die Anschaffungskosten auf die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer verteilt werden. In der Regel wird die steuerliche Abschreibung auf weniger als 8 Jahre erfolgen. In jedem Fall ist für Gastwirte ein Nachweis der betrieblichen Nutzung eines Kfz, die von der Finanz gewissenhaft geprüft wird, zu erbringen.

Leasing
Nach steuerlichen Gesichtspunkten bietet die Leasingvariante keinen nachweisbaren Vorteil. Bereits bei der Gestaltung der Leasing-Bedingungen gilt es aufzupassen: Werden die Vertragsklauseln so gestaltet, dass eine wirtschaftliche Betrachtungsweise ohnehin eine Zuordnung des „geleasten“ Autos zum Leasingnehmer zeigt (etwa beim „versteckten“ Ratenkauf), dann muss der Erwerber des Kfz dieses ohnehin ins Anlagevermögen aufnehmen, sodass aus steuerlicher Sicht kein Unterschied zum Kauf gegeben ist.

Ist aber ein Leasing-Kontrakt so konzipiert, dass er einer Miete des Kfz gleichkommt („Operating Leasing“), dann kann der Leasingnehmer die Leasingraten als Betriebsausgaben ansetzen.
Beim „Finanzierungleasing“ ist die Leasingrate – objektiv erkennbar – so gestaltet, dass die gesamten, oder ein Teil der Anschaffungskosten des Leasingebers darin eingerechnet sind. Der Gesetzgeber hat für diesen Fall festgelegt, dass Leasingraten nur soweit steuerlich geltend gemacht werden können, dass der Unternehmer steuerlich einem Kauf des Leasingobjekts gleichgestellt wird. Also auch durch Schaffung eines Leasingaktivpostens, wird im Ergebnis die gleiche Abschreibung des genutzten Kfz auf 8 Jahre hergestellt.

Vorteilhaftigkeitsvergleich
Die Vorteilhaftigkeit eines Kauf- oder Leasinggeschäftes richtet sich daher hauptsächlich nach Liquiditätsgesichtspunkten. Es gilt zu bedenken, dass der Kauf eines Kfz auch nur „temporären Besitz“ mit sich bringt, wenn man den Wertverfall eines Autos durch Gebrauch berücksichtigt. Leasing-Varianten bieten die Möglichkeit, notwendige Kfz zu nutzen, ohne den Liquiditätsabfluss für einen Kauf hinnehmen zu müssen. Soll ein Autokauf über einen Kredit finanziert werden, sollte auf alle Fälle zuerst ein Vergleich der Finanzierungskosten zwischen den vorliegenden Kredit- und Leasingbedingungen durchgeführt werden.

Für weitere Fragen zu diesem Thema steht das Siart Gastro-Team gerne zur Verfügung: Mag. Rudolf Siart, Siart & Team Treuhand, Wirtschaftsprüfungs- und SteuerberatungsGmbH, Tel.: 01/493 13 99
e-mail: siart@siart.at, Internet: www.siart.at

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
Werbung

Weiterführende Themen

Tourismus
02.12.2020

Ohne die ausländischen Gäste ist eine Skisaison fast nicht vorstellbar. 

Branche
26.11.2020

Gäste schätzen zum Frühstück einen guten Filterkaffee. Kaffee-Experte Goran Huber vom Kaffee-Institut in Innsbruck erklärt im ÖGZ-Interview, worauf es bei der Qualität ankommt.

Hotellerie
26.11.2020

Gregor Hoch, Chef des 5-Sterne Hotels Sonnenburg in Oberlech und ehemaliger ÖHV-Präsident, spricht endlich im ORF aus, was viele Kolleginnen und Kollegen denken: Er rechnet nicht mehr mit einem ...

Skifahren in den Weihnachtsferien. Geht das?
Tourismus
26.11.2020

Derzeit wird heiß über die europaweite Schließung der Skigebiete diskutiert. Und auch in der Redaktion der ÖGZ. Ein Pro und ein Contra. 

Tourismus
26.11.2020

Die Österreich Werbung macht sich Gedanken über den Wintertourismus, arbeitet gemeinsam mit Destinationen und Experten neue Rahmenbedingungen aus und gibt konkrete Hilfestellungen für Gastgeber. ...

Werbung