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Kicker als Tourismus-Botschafter

01.10.2008

Seit gut zehn Jahren schlagen die besten Fußball-Teams Europas ihre sommerlichen Trainingszelte in Österreich auf. Hauptverantwortlich dafür sind die beiden Manager Nik Pichler und Ralph Schader

Wenn die UEFA-Championsleague im September so richtig los geht, werden die europäischen Top-Klubs leider einen großen Bogen um Österreich machen. Trotzdem kennen viele Top-Klubs unser Land sehr gut. In diesem Sommer waren (u. a.) Real Madrid, Real Mallorca, Arsenal London, die Bolton Wanderers, Stoke City, Herta BSC, der HSV, Schalke 04, Wolfsburg, Werder Bremen, der VfB Stuttgart, der FC Zürich, Spartak Moskau, Panathinaikos Athen, FC Kopenhagen, Dinamo Zagreb, Besiktas Istanbul, Rah Teheran und das Nationalteam von Bahrain zu Gast in Österreich.
Perfekte Organisation ist alles
Viele Hoteliers, die gerade in einem verregneten Sommer mit Auslastungsschwierigkeiten zu kämpfen haben, freuen sich über diese zumeist einwöchigen Trainingscamps. Schließlich reisen die Teams zumeist mit über 40 Personen an. Dazu kommen dann noch zahlreiche Journalisten und im Fall von Real Madrid oder Arsenal London auch TV-Teams der klubeigenen Fernseh-Sender. Doch wieso kommen so viele Top-Mannschaften immer wieder nach Österreich? Gute Kontakte, Organisationstalent, erstklassige Sportplätze und gepflegte Hotels sind dabei das Um und Auf.
Es sind vor allem die beiden Manager Nik Pichler aus Kapfenberg und der Tiroler Ralph "The Voice" Schader, die seit gut zehn Jahren europäische Top-Clubs nach Österreich locken. Aber auch engagierte Hoteliers wie etwa Irmi-Marie Sachs-Ritter, Direktorin im Hotel Löwen in Schruns, schaffen es in Eigenregie, Jahr für Jahr internationale Top-Clubs als (zahlende) Gäste nach Österreich zu locken. Zwiespältig fällt der Untersuchung zufolge die Bilanz zur EURO 08 aus. "Viele Betriebe haben im eigenen Geldbörsel nichts gespürt. Wenn man jedoch über den einzelnen Betrieb hinausblickt, dann war die EURO für das Gesamtland ein voller Erfolg. Vor allem das Image Österreichs als Tourismusland und Veranstalter von Großereignissen hat profitiert", fasst Studienautor und Vorstand des beauftragten "market"-Meinungsforschungsinstituts David Pfarrhofer zusammen.
Verteuerungen der Vorleistungen
Sorgen machen der Branche die extremen Verteuerungen der Vorleistungen wie beispielsweise der Energie- und Transportkosten. "Wir werden diese Verteuerungen sicher nicht voll weitergeben können, was zu Ertragseinbußen bei den Betrieben führt. Die Preise für den kommenden Winter werden marginal um ein bis zwei Prozent angehoben werden. Höhere Steigerungen sind nicht drinnen, da die Leute gegenüber Preissteigerungen extrem empfindlich geworden sind", erklärt Bundesspartenobmann Johann Schenner.
Kurzfristige Buchungslage
Die Buchungslage, so Schenner weiter, sei sehr kurzfristig geworden. "Das Fehlen der Vorbuchungen macht uns nervös." Am Ende werde es mit der Sommersaison aber schon passen, zeigt sich der Sprecher der heimischen Tourismuswirtschaft dann doch optimistisch. Damit sei zu hoffen, dass die Betriebe den auf Rekordniveau liegenden hohen Beschäftigungsstand weiter halten können. Was den Gastronomie-Sektor betrifft, werde man noch über den zur Diskussion stehenden "Anfütterungsparagraphen" reden müssen. Dieser sieht strenge Richtlinien bzw. eine drastische Beschränkung bei Einladungen öffentlich Bediensteter (100 Euro pro Person und Jahr) vor.
Bei der zum zweiten Mal durchgeführten "market"-Onlineumfrage wurden mehr als 20.000 Hotellerie- und Gastronomiebetriebe hinsichtlich ihrer persönlichen Erfahrungen, Zufriedenheit und Erwartungshaltungen befragt. Dabei wurde mit fast 20 Prozent oder 3.615 ausgefüllten Fragebögen ein sensationeller Rücklauf erreicht. Die nächste Onlineumfrage ist für Winter 2008 geplant.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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