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Knappes Angebot, wachsende Nachfrage

26.02.2010

Schwache Kaffeeernten bringen steigende Preise. Diesen Schluss legt die jüngste Entwicklung an den Rohstoffbörsen ebenso nahe wie die Ernteprognosen der führenden Kaffee-Produktionsländer.

Die Rohkaffeepreise bewegten sich in den vergangenen Jahren auf hohem Niveau.

Die Rohkaffeepreise könnten 2010 wieder steigen. Diesen Schluss legt die jüngste Entwicklung an den Rohstoffbörsen ebenso nahe wie die Ernteprognosen der führenden Kaffee-Produktionsländer.
Der im Jahresvergleich leichte Rückgang der Durchschnittspreise für Rohkaffee von 124,3 US-Cent/Pfund im Jahr 2008 auf 115,7 US-Cent/Pfund im Jahr 2009 könnte nur eine Verschnaufpause“ gewesen sein, denn mit Jahresende zogen die Preise für Rohkaffee an den internationalen Börsen wieder kräftig an. Mit einem Monats-Durchschnitt von 125 US-Cent erreichten die Preise für die begehrten schwarzen Bohnen im Dezember bereits wieder das Rekord-Niveau, vor dem Ausbruch der Wirtschaftskrise im September 2008 hatte. Die ersten Jänner-Tage bestätigten diesen Aufwärtstrend: So lag der Durchschnittspreis für ein Pfund Kaffee am 20. Jänner 2010 bei 126,5 US-Cent.

Rekordpreise
Preistreibend wirken sich zum einen die starken Steigerungen bei kolumbianischem Hochland-Kaffee aus. Diese – in Österreich wegen ihres milden Geschmacks beliebte – Kaffeesorte wurde im Jahresdurchschnitt 2009 um 23 Prozent über den Werten von 2008 gehandelt (177,4 US-Cent/Pfund nach 144,3 US-Cent/Pfund). Das ist der höchste Wert seit über zehn Jahren. Zurückzuführen ist die enorme Preissteigerung auf Ernterückgänge in Folge schlechter Witterungsbedingungen und die trotz hoher Preise starke Nachfrage nach dieser edlen Kaffeesorte.
Darüber hinaus hat sich der weltweite Kaffee-Konsum als krisenfest erwiesen. In ihrem jüngsten Market-Report geht die International Coffee Organization (ICO) von einem Welt-Kaffeeverbrauch von 132 Millionen Sack (á 60 kg) im Jahr 2009 aus (2008: 130 Mio. Sack). Dem steht eine weltweite Gesamtproduktion von nur 128 Millionen Sack gegenüber, was bereits im abgelaufenen Jahr dazu führte, dass die Kaffeehändler und Röstereien ihre Lager leeren mussten.

Obwohl die brasilianischen Kaffee-Behörden für dieses Erntejahr eine Produktionssteigerung voraussagen, ist nicht anzunehmen, dass diese auch zu einem Kaffee-Überschuss am Weltmarkt führen wird. Vielmehr wird eine gute brasilianische Ernte dringend notwendig sein, um die Lager wieder etwas aufzufüllen. In Summe ist also auch für 2010 ein knappes Angebot an Kaffee zu erwarten, vor allem bei qualitativ hochwertigen Sorten. Dem steht eine trotz Wirtschaftskrise weiter wachsende Nachfrage gegenüber.
Mag. Gerald Steger, Vorsitzender der Geschäftsführung der café+co International Holding, dem führenden Kaffee-Caterer in Österreich, Zentral- und Osteuropa, ergänzt: „Das Wachstum des Kaffeemarktes wird immer stärker von China und Indien und dem erhöhten Kaffeekonsum in den Produktionsländern wie etwa Brasilien oder Indonesien beeinflusst. Aber auch in Zentral- und Osteuropa wird sich der Pro-Kopf-Verbrauch weiter dem westeuropäischen Durchschnitt annähern.“

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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