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Koch des Jahres 2004

11.06.2004

Einem glücklichen Zufall ist es zu verdanken, dass die Familie Neumeister genau zu dem Zeitpunkt die Position des Küchenchefs in ihren Saziani Stub´n in Straden - in der Südsteiermark - neu besetzen wollte, zu dem Gerhard Fuchs eine neue interessante Herausforderung suchte.

Die Auszeichnung.
Der begehrteste Award mit dem sich Österreichs beste Küchenchefs
schmücken können - der "KOCH DES JAHRES" - geht erstmals in die
Steiermark. Er wird zum insgesamt 22. Mal vergeben, davon die letzten
12 Jahre gemeinsam mit AGRANA.

Gault Millau würdigt mit dieser Auszeichnung das gesamte bisherige
Schaffen eines Kochs, unabhängig von der jeweiligen Tagesverfassung
und Punktebewertung im aktuellen Guide Gault Millau.
Die Auswahlkriterien sind seit nunmehr zwei Jahrzehnten streng:
Kontinuität, Kreativität, handwerkliche Perfektion sowie
Unverwechselbarkeit der Küche werden als selbstverständlich
vorausgesetzt und bilden die Grundlage für die Entscheidung der Gault
Millau Redaktion.

Gerhard Fuchs, kann sich ab sofort in eine höchst illustre Riege
prominenter Köche einreihen. Bisher ausgezeichnet wurden: bereits
1983 allen voran war der erste GM Koch des Jahres eine Frau, Lisl
Wagner-Bacher, weiters Werner Matt, Alfred Süssenbacher, Helmut
Österreicher, Karl und Rudolf Obauer, Sissy Sonnleitner, Ewald
Plachutta, Reinhard Gerer, Franz Fuiko, Walter Eselböck, Johanna
Maier, Heinz V. Hanner, Heino Huber, Jörg Wörther, Martin Sieberer,
Klaus Fleischhaker, Christian Petz und 2003 erstmals zwei Köche des
Jahres, nämlich Vater und Sohn Sepp & Seppi Trippolt.
Die feierliche Preisverleihung erfolgt auch diesmal wieder auf
Einladung des Hauses AGRANA, dem Synonym für "Wiener Zucker".

Der Ausgezeichnete - Gerhard Fuchs (33)
Geboren in Wels (OÖ), besuchte Gerhard Fuchs nach 4 Klassen
Bundesgymnasium in Wels die Bundeshotelfachschule in Bad Ischl von
1985 bis 1988 und schloss diese - nach zweimaligen Praktikum im Hotel
Rosenberger in Wels - mit ausgezeichnetem Erfolg ab.

Im Glauben, bereits kochen zu können, trat Gerhard Fuchs seine erste
Stelle als Commis Gardemanger/Poissonier im Restaurant Altwienerhof
bei Rudi Kellner - damals als eines der wenigen in Österreich mit 16
Punkten und zwei Hauben - an. Der erste Schock - das erste Mal
wirklich große Küche, die ersten Tage und Wochen holten Fuchs schnell
auf den Boden der Realität zurück und brachten ihm die Erkenntnis,
dass die wirkliche Lehrzeit jetzt erst begonnen hatte. Das große
Glück war, dass sein Lehrherr einer der Großen der klassischen Küche
war.

Im Anschluss daran - von 1989 bis 1991 - kochte Gerhard Fuchs bei
Günther Gaderbauer in der damals neu eröffneten Villa Schratt. Dort
lernte er Harald Fritzer kennen, der gerade aus Deutschland
zurückgekehrt war und kurzzeitig in der Villa Schratt als Küchenchef
tätig war, ehe er sein eigenes Lokal bald darauf eröffnete. Für Fuchs
waren die zwei Jahre sehr lehrreich. Seiner Kreativität waren keine
Grenzen gesetzt und er begann bereits damals, seinen ihm eigenen Stil
ansatzweise zu entwickeln. 14 Punkte erreichte die Villa Schratt zu
dieser Zeit im Guide Gault Millau.

Nach Absolvierung des Präsenzdienstes begann Fuchs als Tournant im
Gasthof Kuglhof in Salzburg bei Paul Eisner in einer 13 Punkte-Küche
bis ihn der Ruf von Harald Fritzer ereilte. Bei Fritzer begann 1992
die dritte Lehrzeit von Gerhard Fuchs - im ersten 3-Hauben-Lokal.
Nicht lockeres, freies und selbständiges Kochen war gefragt, sondern
Präzision und Perfektion nach Vorbild von Eckart Witzigmann. Die
Früchte der harten Schule war die Position des Küchenchefs. Bis zum
Jahre 1998 kochten Gerhard Fuchs und Harald Fritzer - mittlerweile
gute Freunde - gemeinsam. Nach einem kurzen Zwischenspiel 1998/99 in
Salzburg nahm Gerhard Fuchs die Position des Sous-Chefs im Restaurant
Tanglberg in Vorchdorf von Karl-Heinz Wolf an und holte sich dort den
letzten Schliff. Die Rückkehr zur großen klassischen Küche war
angesagt, Schäumchen, Sößchen und Süppchen waren Vergangenheit, das
Produkt und nicht der Koch stand im Mittelpunkt.

Erst in Tanglberg lernte Gerhard Fuchs wirklich schätzen, was die
Natur bietet. Auf der Speisenkarte von Fuchs gab es von da an keinen
Zuchtfisch und kein Glashausgemüse mehr. Kräuter kommen aus Wald und
Wiese, Pilze werden selbst gesucht, Gemüse kommt vom Bauern und das
Fleisch stammt von Tieren aus natürlicher, artgerechter Haltung.

Im Jahr 2001 wechselte Fuchs in das damals neue Schloss Mondsee und
übernahm die Position des Küchenchefs - 17 Punkte, drei Hauben waren
sein sensationeller Erfolg. Nach der Neuübernahme des Schlosses war
eine 3-Hauben-Küche nicht mehr gefragt.

Der glückliche Zufall wollte es, dass die Familie Neumeister in
Straden ein neues Küchenteam suchte. Ohne langes Zögern übersiedelte
Gerhard Fuchs als Küchenchef gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin -
mittlerweile Sous-Chefin - und einem weiteren Koch in die Saziani
Stub´n nach Straden in die Südoststeiermark. 17 Punkte, 3 Hauben und
die Auszeichnung "Käse Affineur Schärdinger" waren der Erfolg bereits
im ersten Jahr, 18 Punkte im zweiten Jahr.

Der Titel "Koch des Jahres 2004" ist nunmehr die Krönung für den
jungen, strebsamen Gerhard Fuchs.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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