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Kollektivverträge steigen um 1,65 Prozent

05.05.2010

vida-ÖGB. Nach intensiven und langen Verhandlungen haben sich die Verhandlungsteams auf eine Erhöhung der Kollektivvertragslöhne für Arbeiter im Hotel - und Gastgewerbe um 1,65 Prozent, rückwirkend mit 1. Mai 2010, geeinigt. Ab Mai 2011 erhalten die Tourismusbeschäftigten um 2,05 Prozent mehr Lohn. 

Rudolf Komaromy, Verhandlungsführer der Gewerkschaft vida

„Die Verhandlungen haben sich äußerst zäh gestaltet. Wäre es nach der Tourismuswirtschaft gegangen, hätten sich die Beschäftigten mit einer Mini-Lohnerhöhung zufrieden geben müssen. Wir standen mehrere Male kurz vor dem Abbruch“, berichtet Rudolf Komaromy, Verhandlungsführer für die Gewerkschaft vida. Trotz der starren Blockadehaltung der Arbeitgeberseite zu Beginn der Verhandlungen und unterschiedlichsten Standpunkten konnte die Gewerkschaft vida eine Einigung im Sinne der Beschäftigten erzielen.

Mindestlohn von 1.000 Euro netto ab Mai 2011
Rückwirkend mit 1. Mai 2010 werden die Kollektivvertragslöhne um 1,65 Prozent erhöht, ab Mai 2011 um 2,05 Prozent. Der Tourismus ist von der Lohn- und Gehaltsstruktur im unteren Bereich der Einkommen angesiedelt. Zwei Drittel der Tourismus-Beschäftigten kommen sehr schlecht bis gar nicht mit ihrem Einkommen aus. „Working poor“ ist ein allgegenwärtiges Problem. Der Jeder Zweite kommt überhaupt nur durch finanzielle Zuwendung von Eltern, EhepartnerIn oder LebensgefährtIn über die Runden. „Und das trotz einer 40-Stunden-Woche. In der Realität geht die Wochenstundenanzahl aufgrund von All-In-Verträgen sogar noch weit darüber hinaus“, unterstreicht vida-Bundesfachgruppensekretär Robert Maggale die Bedeutung des 2-Jahres-Abschlusses. Darüber hinaus gilt auch bei den Tourismusbeschäftigten ab 1. Mai 2011 ein Mindestlohn von 1.000 Euro netto. Die kollektivvertraglichen Lehrlingsentschädigungen werden ab 1. Mai 2010 für alle Lehrlinge in allen Lehrjahren um 15 Euro erhöht, ab 1. Mai 2011 um 2,05 Prozent.

Verkürzung der Ruhezeiten abgewendet
Drohende Verschlechterungen der Rahmenbedingungen konnte die Gewerkschaft vida erfolgreich abwenden. Die Arbeitgeber hätten eine Verkürzung der Ruhezeiten von elf auf acht Stunden gefordert. Auch dem Plan der Arbeitgeber, eine etwaige Tagesfreizeit wie zum Beispiel die Mittagspause in diese Ruhezeit einzuberechnen, wurde von den ArbeitnehmervertreterInnen eine deutliche Absage erteilt. Im Zuge der Verhandlungen einigten sich die Verhandlungsteams darauf, weitere Gespräche zum Rahmenrecht und zur Nomenklatur der Lohntabelle zu führen. Der KV tritt rückwirkend mit 1. Mai 2010 in Kraft und hat eine Laufzeit von 24 Monaten.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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