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Kommentar: Friedenspreis für Greta!

16.05.2019

Die Hoffnung, dass  eine junge Schwedin uns den Zynismus beim Klimaschutz austreibt.

Schuld sind immer die anderen. ­Irgendwie. Die Chinesen zum Beispiel. Sie sind doch die größten Klimasünder? Stimmt nicht, wenden dann diese ein, denn sie sind auch die meisten Menschen. Pro Kopf liegt der CO2-Foodprint des Durchschnittschinesen unter der Hälfte des Österreichers, außerdem belasten die Chinesen das Klima seit kürzerer Zeit – wir Europäer haben damit bereits vor 150 Jahren begonnen.  

Was sollen wir tun? Keine dritte Piste am Wiener Flughafen bauen? Diese Ahnungslosen am Verwaltungsgericht wissen ja nicht, wie die Wirtschaft funktioniert. Bauen nicht wir, baut vielleicht München oder Prag und nehmen uns Arbeitsplätze und Touristen weg. Das kann’s ja nicht sein. Also, schauen wir zuerst mal auf uns selbst. Darum wählen wir uns auch dies- und jenseits des Atlantiks Klimaleugner oder -verharmloser in die Regierungen. So als, ob man den Klimawandel durch die Kraft des Volkes einfach abwählen könnte. Eine junge Schwedin widert das alles an. Sie organsiert Schülerstreiks und Demonstrationen und erntet von manchen Politikern ein „Beruhig dich, Mädchen. Lass die Experten sich mit dem Thema beschäftigen!“. Nur was tun, wenn auf die „Experten“ niemand hört? Greta Thunberg streikt jeden Freitag, weil sie fordert, dass die Staatengemeinschaft das einhält, wozu sie sich 2015 in Paris verpflichtet hat. Naiv ist ihre Forderung weiß Gott nicht! Vielleicht braucht es die Hartnäckigkeit einer 16-Jährigen, um uns den Zynismus beim Thema Klimawandel auszutreiben. Der Friedensnobelpreis wurde einst zum Abbau von Armeen gestiftet. Vielleicht ist es an der Zeit, ihn heuer für den Abbau der Barrieren im Kopf zu stiften. Eines muss uns aber klar sein. Greta Thunbergs Weg ist kein leichter. Es geht um Verzicht – beim Konsum, bei der Mobilität und beim Reisen. Das alles werden wir auch in den Auftragsbüchern merken. Nur haben wir eine andere Wahl?  

Autor/in:
Daniel Nutz
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