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Kommentar: Keine Öffnung? Mehr Kohle!

04.03.2021

Angesichts der Virus-Situation kann man mit keinen großen Öffnungsschritten in Gastronomie oder Hotellerie gerechnet werden. Als Folge muss auch die Hilfe für die schuldlos geschlossenen Betriebe dementsprechend adaptiert werden.

Die Lage ist frustrierend. Erst war es der 7. Dezember, dann der 7., später der 18. Jänner an dem die Gastronomie und Hotellerie wieder aufsperren sollte. Zuletzt sprachen wir vom 15. März, allerdings einseitig. Die Unternehmensvertreter, also die Wirtschaftskammer Österreich, ist vom Kurs der Regierung abgebogen und führt seit neuestens eine Öffnungskampagne, die in einem sogenannten Öffnungsgipfel ihren Höhepunkt fand. Das ist bemerkenswert, denn die WKO stand während der Pandemie bislang fest auf Regierungslinie. Steigender Frust in der Branche ist hier eine Erklärung. Nur verständlich, für viele Betriebe geht es ums blanke Überleben.

Viele Restaurants und Cafés stehen ohne Öffnungsperspektiven vor dem Ruin, bis zu 30 Prozent der Wiener Hotels seien nun akut gefährdet, heißt es von der WK-Wien. Die nun zaghafte Öffnung der Gastgärten (Vorarlberg ist hier als Testregion die Ausnahme) sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein. „Soll ich meine Mitarbeiter*innen aus der Kurzarbeit holen? Was tun, wenn es den halben April regnet?“ schrieb uns eine Leserin. Wir haben keine Antwort.

Pleitewelle verhindern!

Öffnen, öffnen, öffnen, lautet die betriebswirtschaftlich einzig vernünftige Antwort. Stimmt schon. Die türkisen Interessenvertreter schieben da auch gerne dem grüne Gesundheitsminister Rudi Anschober den schwarzen Peter zu. Das greift freilich zu kurz.

Ob aufgrund der Ansteckungssituation und diversen Mutation das pandemische Risiko einer Öffnung zu hoch ist, und die Branche geschlossen bleibt, müssen die Gesundheitsexperten beurteilen. Allerdings braucht dann auch die Wirtschaft mehr Medizin. Sprich, das Thema „gezielte Hilfen für Gastronomie und Hotellerie“ muss behandelt werden. Auf den letzten Metern darf hier nicht die Luft ausgehen.

Koste es was es wolle, wir halten den Blutkreislauf der Wirtschaft im Gang!, hieß es vor rund einem Jahr. Eine Pleitewelle in der Gastronomie und Hotellerie hätte immense Auswirkungen für die ganze Volkswirtschaft, das dürfen wir uns nicht leisten!

Autor/in:
Daniel Nutz
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