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Kommentar: Krisenkommunikation auf Tirolerisch

11.02.2021

"Schuld sind immer die anderen" ist eine Form der Krisenkommunikation, die die Tiroler überdenken sollten.

Skilehrercluster, lockdownbrechende Zimmervermieter, in Südafrika golfende Hoteliers. Es gäbe imageförderndere News für ein auf Tourismus ausgerichtetes Bundesland. Ist der Ruf einmal angekratzt, gilt es, diesen wieder aufzupolieren. Dazu rücken Politiker und Interessensvertreter aus. Die Strategie: Rundumschläge, gepaart mit ein bisschen kleinreden und totschweigen.  

Vor einem Jahr warf man den Tirolern Profitgier vor. Offene Skilifte, kaufkräftige Touristenmasse sollen wichtiger gewesen sein, als der Schutz der Gesundheit. Derzeit laufen Amtshaftungsklagen. Wenn deutlich wird, dass nicht Vorsatz, sondern bloß Inkompetenz der Verantwortlichen zum Ischgl-Chaos führte, dürften diese aber kaum Chancen auf Erfolg haben. Rücktritte dürfte es so und so nicht geben. 

Nun kann man einem Jahr nach Ischgl niemanden in Tirol vorwerfen, den Tourismus schützen zu wollen. Der findet heuer eh nicht statt. Nun rückte der oberste Wirtschaftsvertreter des Landes aus, wettert gegen die Vernunft, pöbelt den Gesundheitsminister (und die gesamte Regierung der ÖVP-Parteikollegen) an. Strategie? Nicht erkennbar! Es wäre an der Zeit, diese Krisenstrategie zu ändern.

Autor/in:
Daniel Nutz
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