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Kommentar: Musik in der Gastronomie

29.11.2017

Dank Veranstalterverband und AKM haben wir es jetzt wissenschaftlich und schriftlich. Sie haben eine Studie zur Auswirkung von Musik in Gaststätten in Auftrag gegeben.

„Schlechte, falsche oder zu laute Musik ist der Hauptgrund, eine Gaststätte frühzeitig zu verlassen“, sagt Studienautor Richard von Georgi von der SRH Hochschule der populären Künste in Berlin. Andere Gründe seien schlechte Stimmung und unangenehme Gäste, gefolgt von unfreundlicher Bedienung, zu vielen Rauchern, mangelnde Sauberkeit oder schlechter Luft.

Doch was ist die richtige Musik? Auch darauf gibt die Studie eine Antwort: Für viele sei es wichtig, vorab zu wissen, welche Musik in einem Lokal gespielt wird. „Die Musik und das Lokal müssen zueinander passen“, sagt von Georgi. Die Gäste würden sich professionell gestaltete Playlists erwarten. Und: „Ist der Bekanntheitsgrad hoch, dann geben die Leute mehr aus“, sagt der Musikpsychologe. Musikalische Experimente seien nicht so gerne gesehen.

Letzteres ist natürlich aus Sicht eines musikalisch anspruchsvolleren Gastes schade. Aber auch der möchte beim Frühstück oder beim entspannten Achterl eher keine anstrengende Musik hören. Professionelle Playlist werden von diversen Anbietern im Abo angeboten. Da kann sich der Gastronom seine Musik maßschneidern lassen. Auch die AKM berät.

Unsere unwissenschaftlichen Überlegungen: Radiomusik mit nerviger Werbung geht gar nicht – auch nicht im Gasthaus am Land. Eine schlechte Tonqualität, scheppernde Lautsprecher mit Wackelkontakt sind auch ein No-Go. Laut ist meistens nervig – vor allem bei älteren Gästen, da stimmen wir den Studienautoren ausdrücklich zu. Gar keine Musik ist im Restaurant oder Café oft die beste Idee. Klassik oder Jazz zum Frühstück oder zum Abendessen wird viel zu selten gespielt. Ein Streichquartett (es muss ja nicht live sein) würde mich notorischen Frühstücksmuffel sofort mit dem Tag versöhnen.

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
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