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Kommentar: Restaurant-Grapscher

28.06.2018

Die Zahlen sind besorgniserregend: Laut einer US-Umfrage unter 500 weiblichen Hotel- und Casinoangestellten aus dem Jahr 2016 gibt es mehr Frauen, die sexuelle Übergriffe am Arbeitsplatz erlebt haben als Frauen, die keine Übergriffe erdulden mussten. Bitte, in welcher Welt leben wir eigentlich?

58 Prozent der weiblichen Hotelangestellten wurden von Gästen sexuell belästigt, unter den Casinomitarbeiterinnen sind es sogar 77 Prozent. Knapp 50 Prozent aller Housekeeperinnen hatten demnach Erfahrungen mit Gästen, die sich vor ihnen entblößten oder nackt die Zimmertür öffneten. Knapp zehn Prozent der Befragten hatten Erlebnisse mit Männern, die gegrapscht haben bzw. versucht haben sollen, die Housekeeperin zu küssen. Die Folge: In vielen Häusern gibt es bereits Panikknöpfe fürs Housekeeping. 

Und wie sieht es beim Servicepersonal in Restaurants aus? Leider nicht besser. Eine US-Studie des „Restaurant Opportunities Centers United“ zeigt, neun von zehn Frauen in Restaurants wurden sexuell belästigt – nicht nur von Gästen. Auch Kollegen und Chefs benehmen sich manchmal daneben. Aber nicht nur Frauen sind betroffen. Beinahe jeder zweite befragte männliche Mitarbeiter wurde ebenfalls belästigt.

Die kalifornische Restaurantbesitzerin Erin Wade hat für Gäste dieser Kategorie eine Lösung. Sie entwickelte gemeinsam mit Mitarbeitern ein Farbcode-System. Das Servicepersonal meldet Gäste, die sich daneben benehmen – und zwar sofort. Rote Fälle gibt es seit Einführung des Systems vor drei Jahren angeblich so gut wie keine mehr. Das sofortige Eingreifen scheint ein probates Mittel zu sein. Erin Wade: „Frauen sind unheimlich gut darin, früh zu erkennen, wann ein Gast zum Problem wird.“ Anmerkung: Das funktioniert aber nur, wenn der Betrieb eine bestimmte Größe hat und ausreichend Personal vorhanden ist. 

Und wie sieht es in Österreich aus? Zahlen gibt es dazu keine. Das bedeutet aber nicht, dass es das bei uns nicht gibt. Die ÖGZ wird an diesem Thema dranbleiben.

 

Autor/in:
Alexander Grübling
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