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Kommentar: (Schein)heiliger Sonntag

25.04.2016

Liebe Gewerkschafter: Warum habt ihr Angst vor der Freiheit der Unternehmer?

Noch im August des Vorjahres keimte beim Thema „Sonntagsöffnung in Wien“ so was wie Hoffnung auf: Damals legte die Wirtschaftskammer Wien einen Entwurf für eine Tourismus-Verordnung samt entsprechendem Landes-Kollektivvertrag vor. Ehrlich, nicht nur ich habe damals gedacht: „Jetzt wird das was.“ Damals munkelte man von einer Einigung „noch vor Weihnachten“. Selbst der Bürgermeister meinte, dass er nichts dagegen hätte, „wenn sich die Sozialpartner einigen“. 

Dann wurde es verdächtig still. Und seit letztem Wochenende sieht die Sache in der „Weltstadt“ Wien wieder anders aus. Da haben nämlich rote Gewerkschafter auf dem Wiener Landesparteitag der SPÖ (siehe auch Artikel rechts) beantragt, dass es in Wien keine Sonntagsöffnung geben dürfe, auch nicht in Tourismuszonen. Und damit ist die Sache im rot-zartgrünen Wien vorerst besiegelt. 

Man könnte unterstellen, dass die Sorge der Gewerkschaft um die Sonntagsruhe der Handelsangestellten heuchlerisch ist. Und weil in diesem Zusammenhang oft Begriffe wie „Ausbeutung“ fallen: Warum kümmert sich die Gewerkschaft beispielsweise nicht um Arbeitsbedingungen (und Bezahlung) von jenen, die im Pflegedienst in öffentlichen Spitälern tätig sind (nachts, sonntags, rund um die Uhr)? Wie wäre es, wenn man da einmal ansetzt – schließlich könnte der Verdacht aufkommen, dass die öffentliche Hand ihre Mitarbeiter ausbeutet. Wenn es ein freies Unternehmertum gibt, dann sollten Unternehmer auch frei entscheiden dürfen, ob sie sonntags aufsperren dürfen. 

Liebe Gewerkschafter: Warum habt ihr Angst vor der Freiheit der Unternehmer? Überlegt euch das noch einmal in Ruhe, zum Beispiel am Sonntag bei eurem Lieblingswirt ums Eck, wenn ihr euer frisch gezapftes Bier trinkt und herzhaft in euer Schnitzerl beißt. Dank eines Unternehmers, der aus freien Stücken entschieden hat, am Sonntag aufzusperren – für euch.

 

Autor/in:
Alexander Grübling
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