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Kommentar: Strandurlaub in den Bergen

19.06.2018

Die schlechte Nachricht zuerst: Studien wie die Deutsche Reiseanalyse zeigen seit Jahren, dass trotz positiver Nächtigungszahlen im österreichischen Sommertourismus das generelle Interesse an einem Urlaub in den Bergen in der deutschen Zielgruppe rückläufig ist. Die gute Nachricht: Das kann man ändern!
 

Tiefenpsychologische Interviews der Österreich Werbung in Kooperation mit dem Fachverband der Seilbahnen sind der Sache auf den Grund gegangen: Für deutsche Urlauber ist das Maß aller Dinge der Strandurlaub: sorgenfreie Flucht aus dem Alltag, alles ist easy. Und immer scheint die Sonne. Man urlaubt in einer geschützten und gewohnten Welt. Ganz anders ein Urlaub in den Bergen: Die wirken beschwerlich, man kann sich verletzen, man braucht eine Ausrüstung, man muss aktiv werden, man kennt sich nicht aus, Seilbahnen sind teurer als eine Strandliege. Urlaub in den Bergen ist ohne Anstrengung nicht zu haben. 

Also ist die Aufgabe der Anbieter und Vermarkter von Sommer in den Bergen: Rundum-Sorglos-Pakete schnüren, zeigen, dass es auch ohne Anstrengung geht (Genusswandern, Wellness, Baden) oder dass Anstrengung etwas Gutes ist („Kraft-Beweis“). Denn die Deutschen assoziieren natürlich auch Positives mit den Alpen: vor allem eine heile, erhabene Welt, die wie ein Kloster die Möglichkeit zur inneren Einkehr und Neu-
orientierung gibt. Und danach suchen immer mehr Menschen. Die Befragten schreiben den Bewohnern dieser Bergwelten eine besondere Ehrlichkeit, Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft zu. Je höher man kommt, desto mehr.
Na bitte, daran kann man doch anknüpfen. Indem man die lästige Ausrüstung vor Ort (im Hotel!) zum Verleih anbietet. In dem man sicherstellt, dass die Berghütten auch geöffnet haben, dass man mit der Gästekarte günstig auf den Berg kommt und/oder das Gondelfahren als Ereignis inszeniert. Es geht um Standards, Garantien, Informationen. 

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
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