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Kommentar: Überzogene Forderungen der Bergretter

15.03.2016

Die Tiroler Bergrettung braucht Geld. Zahlen soll der Tourismus. 

Wie kürzlich bekannt wurde, fehlen im Budget der Tiroler Bergrettung 300.000 Euro. Bereits im letzten Sommer keimte der Wunsch in den Helfern, für jede Nächtigung einen Cent zu bekommen. Allein in Tirol wären das 450.000 Euro an zusätz-
lichen Mitteln pro Jahr. Rückendeckung kommt jetzt auch von den Tiroler Grünen.

Keine Frage: Der Tourismus profitiert vom Einsatz der ehrenamtlichen Bergretterinnen und -retter. Die Gäste fühlen sich sicherer, und es tut gut zu wissen, dass man im Fall der Fälle von gut ausgebildeten Leuten vom Berg geholt wird. Ein funktionierendes Bergrettungswesen ist für Wintersportregionen heute ein Muss und gehört zu den Bergen wie die Marmelade zum Frühstücksbuffet.

Aber: Wenn man vom Tourismus eine Fixabgabe von einem Cent je Nächtigung haben möchte, dann ist das frech. Denn es ist ja nicht so, dass der Tourismus für die Bergrettung nichts zahlt. 
Das System baut auf lokale Vernetzung in den Tourismusregionen auf, dort herrscht meist bestes Einvernehmen zwischen Bergrettung und Tourismusverbänden. Die bringen jetzt schon in Tirol in Summe 400.000 Euro für die Bergrettung auf. Deshalb ist die Aussage, dass man jetzt Geld haben möchte „weil der Tourismus nichts zahlt“, befremdlich. So stand das in der „Tiroler Tageszeitung“.

Verhandlungstaktisch war das schlecht. Damit verärgert die Bergrettung die Branche, aber auch das Land. Und riskiert die bislang gute Zusammenarbeit vor Ort. 
Ein Beispiel: Wenn die Bergrettung St. Johann ein neues Einsatzfahrzeug braucht, dann geht sie wohin? Genau, zum Tourismusverband. Und der wiederum unterstützt die Bergrettung im konkreten Fall. Die pauschale Aussage zu hören, dass man seitens des Tourismus nichts tue, sorgt für Kopfschütteln. Kein Wunder, dass sich jetzt auch das Land düpiert fühlt. Schließlich wurde die Bergrettung erst kürzlich mit 200.000 Euro zusätzlich „dotiert“.

Autor/in:
Alexander Grübling
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