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Kommentar: Wie sinnvoll ist Instagram-Marketing?

16.11.2017

Bloggen als Geschäftsmodell. Von Thomas Askan Vierich.

Kathi und Vicki plauderten am Brennpunkt eTourism kürzlich über ihr Geschäftsmodell Bloggen auf Instagram. „Instagram ist unser Holidaycheck: lauter echte Bilder“, sagen die beiden Endzwanzigerinnen. „Daily Dose“ heißt ihr Onlinemagazin, und es besteht hauptsächlich aus schicken Bildern, die uns Einblicke in eine Vier- bis Fünf-Sterne-Traumwelt rund um den Globus schenken. Die beiden jungen Frauen beschreiben und fotografieren alles, was Lifestyle verspricht, also neben Schuhen auch Hotels und Restaurants. Dorthin werden sie grundsätzlich eingeladen, manchmal auch noch zusätzlich bezahlt. Ein „Briefing“ gibt es immer, und sie schreiben grundsätzlich nur Gutes. Manchmal kommen sie auch mit „Mami“ und der ganzen Familie, wie sie freimütig erzählen. Und betonen, dass sie möglichst kein „Programm“ (wie auf einer Pressereise) wollen, sondern einfach nur einen ungestörten Aufenthalt.

Instagram gibt es seit sieben Jahren und weltweit nutzen den Kanal 700 Millionen User. Darunter durchaus kaufkräftige, aber kaum jemand ist älter als die beiden Bloggerinnen. Können sich solche Leute Urlaub in Fünf-Sterne-Hotels leisten – wenn sie nicht eingeladen sind? Oder schauen die nur? Was bringt es also Hotels, sich auf die beiden Mädels (und viele andere, die ähnlich arbeiten) einzulassen und diese sogar zu bezahlen? 

Instagram werde als Suchmaschine genutzt, sagen die Bloggerinnen. Die Hotels sparten sich einen Fotografen. Und die jungen Leute erinnerten sich vielleicht später mal, wenn sie richtig Geld haben, an diese tollen Berichte auf Instagram. Das haben Kathi und Vicky wirklich behauptet. 

Wie glaubwürdig sind solche bezahlten Berichte, die selten als solche gekennzeichnet sind? „Mein ganzes Leben ist online“, sagt eine der beiden. Und viele schauen ihr dabei zu. 
Denen ist offenbar egal, ob die Autorinnen/Fotografinnen für ihre positiven Berichte bezahlt oder eingeladen werden. Hauptsache, es gibt schöne Bilder zum Klicken. Muss man da mitmachen?
t.vierich@wirtschaftsverlag.at

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
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