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Kommentar: Wie wir lernten, die Bombe zu lieben

28.01.2016

So ähnlich heißt ein alter Film von Stanley Kubrick mit Peter Sellers, der sich über die Paranoia des Kalten Krieges lustig macht. Warum ist der mir im Zusammenhang mit den Prophezeiungen der „digitalen Revolution“ und „Hotellerie 4.0“ eingefallen?

Nach der Erfindung der Dampfmaschine, des Taylorismus und des Computers sollen uns jetzt mobile Daten und künstliche Intelligenzen in eine neues Zeitalter katapultieren.
Während die einen längst die neuen Möglichkeiten nutzen – auch in der Hotellerie und im Tourismus – fürchten sich die anderen vor Robotern an der Rezeption, Big Data, gläsernen Hotels und Gästen und neuen Konkurrenten. Die Welt der Hotellerie ändert sich gerade mit rasender Geschwindigkeit. Viele möchten und können da nicht (mehr) mit.

Digitalisierung ist längst angekommen - aber nicht überall

Vermutlich müssen sie es in der klassischen Ferienhotellerie auch nicht. Noch nicht. In der Stadthotellerie und im Businessbereich ist die Digitalisierung längst angekommen und wird erfolgreich umgesetzt. Norbert B. Lessing, Country General Manager Hilton Hotels Austria, erzählte mir kürzlich, dass Hilton dabei ist, weltweit die Schlüsselkarte durch das Smartphone zu ersetzen. Über die Hilton-App kann man bereits online ein- und auschecken. Wie so oft ist die Kettenhotellerie Vorreiter bei technischen Neuerungen. Weil sie dafür die Ressourcen hat. Die Privathotellerie tut sich da schwerer. Schon die Einführung eines Revenue-Managements oder die Pflege einer responsiven Homepage stellt viele vor große Herausforderungen. Aber auch hier gibt es Beispiele, wie man trotzdem Chancen im digitalen Zeitalter nutzen kann: durch Positionierung, Storytelling, intelligentes Zukaufen von bestimmten Dienstleistungen, der Pflege der Customer Journey. Man muss ja nicht alles selbst machen. Und man darf wohl nicht von sich selbst ausgehen: Was man selbst nicht gut findet, könnte der Gast der Zukunft dennoch lieben. Man sollte wohl versuchen, es auch ein bisschen lieb zu haben. 

 

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
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