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Kommunikativ, optimistisch und stets gut gelaunt

18.09.2009

Robert Seeber, der neue Spartenobmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft über oberösterreichische Themen im ÖGZ-Interview

Robert Seeber setzt als neuer Spartenobmann der WKOÖ mit dem ersten Tourismuskongress gleich ein kräftiges Zeichen für die Branche

ÖGZ: Herr Seeber, Sie sind seit 1. 7. 2009 Spartenobmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in Oberösterreich. Welche Situation finden Sie vor?
Robert Seeber: Der Tourismus und die Freizeitwirtschaft bieten eine sehr breite Palette, Gäste finden vielfältigste Angebote, und damit ist die aktuelle Situation relativ zufriedenstellend. Belebend wirken sicherlich all die Aktivitäten zum Kulturhauptstadtjahr 09 in Linz, die Landesaustellung zum Thema Mahlzeit in Schlierbach sowie die Landesgartenschau in Bad Schallerbach.
Das unbeständige Wetter war für den Tourismus in den Seenregionen im Frühsommer sicher nicht förderlich, gesamt gesehen hat die aktuelle Wirtschaftssituation auf den OÖ Tourismus bisher nicht in dem Umfang durchgeschlagen wie in anderen Destinationen.

ÖGZ: Um eine Vorstellung zu bekommen, welchen Arbeitsstil pflegt Robert Seeber?
Seeber: Ich bezeichne mich als kommunikativ, optimistisch, stets gut gelaunt und weiß, dass für den Erfolg nicht nur eine Person verantwortlich ist, sondern alle Beteiligten. Als Obmann arbeite ich daher sehr gerne im Team, mir ist aber klar, dass letzte Entscheidungen vom Obmann zu treffen sind. Erfolg hat bekanntlich viele Väter und mir ist aufgrund vieler Erfolge ein Vaterschaftsstreit lieber als das Zuschieben von Verantwortung bei Erfolglosigkeit.

ÖGZ: Was werden Schwerpunkte Ihrer zukünftigen Arbeit sein?
Seeber: Eines der wichtigsten Themen ist und bleibt der Arbeitsmarkt. Am schlimmsten ist für mich die Vorstellung, dass wir Gäste, die zu uns kommen, nicht entsprechend bedienen und servicieren können, da wir zu wenig MitarbeiterInnen haben. Es gilt, eindeutige Signale in Richtung MitarbeiterInnen auszusenden: Zum einen, dass unsere Branche weitgehend krisensicher ist, wie sich auch aktuell zeigt, und dass zum anderen die Arbeitsplätze in Tourismus und Freizeitwirtschaft nicht ins Ausland ausgelagert werden können. Das Image der Arbeitsplätze unserer Branche aufzupolieren, soll auch mithelfen, MitarbeiterInnen gewünschter Ausbildung am gewünschten Ort und in gewünschter Anzahl zu bekommen.
Gäste entscheiden sich immer häufiger aufgrund der Qualität des subjektiven Erlebnisses für eine bestimmte Destination. Sie erkennen, dass an Orten, an denen die Belange der Umwelt, der Beschäftigten und der lokalen Gemeinschaften ernst genommen werden, die Wahrscheinlichkeit größer ist, dass auch sie selber wichtig genommen werden. Unsere kleinbetriebliche Struktur mit Einbindung der Gäste in das Leben der einheimischen Bevölkerung macht uns damit sicher attraktiv. Die Verschiedenartigkeit der landschaftlichen und kulturellen Vielfalt, die saubere Umwelt, letztlich auch die Sicherheit bei uns müssen erhalten und ausgebaut werden und damit für Nachhaltigkeit sorgen.
Mit dem Tourismuskongress am 19. Oktober 2009 in Linz wollen wir auch Wege in die Zukunft aufzeigen.

ÖGZ: Schlagwort Tourismuskongress. Welche Signale sollen dabei gesetzt werden?
Seeber: Von den Auswirkungen der Wirtschaftskrise bleibt auch die Tourismuswirtschaft nicht verschont — wenngleich bislang nicht in diesen dramatischen Dimensionen wie beispielsweise die Industrie und das Transportgewerbe. Umso mehr ist es erforderlich, Zeichen zu setzen. Mit positiver Energie und zahlreichen Erfolgsgeschichten laden wir zum Wirtschaftsaufschwung ein. Gerade in der Tourismusbranche sind jetzt positive Konzepte, kraftvolle Persönlichkeiten, der wärmende Zusammenhalt der Familie und viel Power angesagt, um die Herausforderungen der Zukunft erfolgreich bewältigen zu können.

ÖGZ: Was bezweckt man mit dem doch sehr umfangreichen Rahmenprogramm, der zweitägigen hotspots-Gastrotour?
Seeber: Wir wollen unseren Kongressgästen nicht nur Topinformationen aus der Branche bieten, sondern ihnen auch zeigen, was die Kulturhauptstadt Linz09 gastronomisch sowie im Bereich der Beherbergung zu bieten hat.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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