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Kompetenznetzwerk anet bringt Innovationsschub für Online-Tourismus

24.06.2005

Zentren in drei Bundesländern, 40 Partner aus Wirtschaft und Forschung sowie 12 Projekte im Startjahr - das ist die Erfolgsbilanz des Kompetenznetzwerks „anet“, der Plattform für Forschung, Entwicklung und Umsetzung von eTourismus.

Bereits im ersten Geschäftsjahr habe man wissenschaftliche Grundlagen für die Weiterentwicklung des Online-Tourismus in Österreich und auch erste Produkt-Prototypen für den Endconsumer- und Business-Bereich geschaffen, erklärten anet-Geschäftsführer Ferdinand Posnik und der wissenschaftliche Koordinator des Kompetenznetzwerks, Hannes Werthner, heute im Rahmen eines Pressegesprächs. Dazu zählen u.a. eine personalisierte Reise-Planungshilfe für mobile Endgeräte oder ein Tages-Ausflugs-Indikator zur Erfassung der Effekte des Tagestourismus.

Etwa 8% des Reiseumsatzes werden in Europa bereits über das Internet gemacht, in den USA sind es schon 19%. Und im vergangenen Jahr betrug der Zuwachs der Online-Buchungen in Europa 51%. Dementsprechend rasch schreitet die Entwicklung von IT- bzw. eCommerce-Anwendungen im Tourismus voran. In Österreich sind es vor allem die KMUs unter den Tourismusbetrieben, die sich als führend bezüglich Internetnutzung erweisen. Ehrgeiziges Ziel von anet, so Hannes Werthner, sei die Positionierung Österreichs als ein international führendes Beispiel bei der Entwicklung und Verwendung intelligenter, kundenorientierter eTourismus-Systeme am Markt.

anet als Dachgesellschaft umfasst drei Netzwerkknoten - das eTourism Competence Center Austria (ECCA) in Tirol, das eTourism Center (ETC) in Salzburg und das Tourism Research Center Krems (TRC). Diese beschäftigen derzeit insgesamt 30 MitarbeiterInnen und bewegten im ersten Jahr ihrer Tätigkeit 1,823.000,- Euro an Projektvolumen. Gefördert werden diese Aktivitäten aus Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit, des Landes Niederösterreich, der Tiroler Zukunftsstiftung sowie aus Wirtschafts- und Technologiefördermitteln des Landes Salzburg. Die durchschnittliche Förderquote betrug dabei knapp 53%, die Abwicklung übernimmt die Forschungsförderungsgesellschaft FFG, die anet von der Beurteilung der Projektvorschläge über das Monitoring der Fortschritte bis zur Evaluierung der Ergebnisse begleitet.
Für die ersten vier Jahre beträgt das Investitionsvolumen 12,6 Mio. Euro, davon übernimmt der Bund je nach Förderungszusage bis zu maximal 40%. Bis zu maximal 20% steuern die Länder Tirol, Salzburg und Niederösterreich bei.

Neben der Grundlagenarbeit zum Online-Tourismus - etwa in Form einer Analyse touristischer Stakeholder für das Customer Relationship Management am konkreten Beispiel von Ski amadé - erstellt vom Knoten Salzburg - wird bei anet auch auf die Produktentwicklung großen Wert gelegt. Beispielhaft ist hier der etPlanner, eine mobile Planungshilfe zur Gestaltung personalisierter Reiseaufenthalte. Mittels mobiler Endgeräte (z.B. PDA, Handy) wird der Aufenthalt des Konsumenten intelligent geplant, er erfährt laufend Unterstützung vor, während und nach der Reise. Der Gast kann damit auf spezielle Destinationsangebote, aber auch auf andere relevante Ereignisse, wie etwa Flugverspätungen oder Schlechtwetter, in Echtzeit reagieren.

Im Knoten Krems wiederum wurde gemeinsam mit der Niederösterreich-Werbung GmbH der Tages-Ausflugs-Indikator (TAI) entwickelt - er soll zur validen Messung der Effekte und der wirtschaftlichen Bedeutung des Tages-Tourismus beitragen. Während der Nächtigungstourismus anhand der gesetzlich verpflichtenden Meldungen leichter erfassbar ist, gibt es für Tagesreisen bislang keine analoge Möglichkeit der
Quantifizierung. Andere Projekte befassen sich u.a. mit webbasierten touristischen Werbewirkungsanalysen, der Markteffizienz von Online-Auktionen für den Tourismus oder einem mobilen GPS-basierten Wanderführer. Und eine Meta-Suchmaschine ermöglicht es dem Urlaubshungrigen, über eine einzige Suchmaske mehrere Buchungsplattformen im WWW abzufragen und nach Kategorien geordnet in einem geografischen Bezugssystem zu vergleichen.
Auch der Aus- und Weiterbildung widmet sich anet - als Pendant zum Europäischen Computer-Führerschein soll eine „Austrian Travel and Tourism IT-Licence“ als offizielles Zertifikat für den Bereich eTourismus etabliert werden.
„IT hat das Tourismusmarketing der letzten Dekade geprägt und verändert - und wir stehen erst am Anfang!“ resümiert Ferdinand Posnik.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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