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Marko Nikolic ist Vertriebschef bei „Bierol“ und kennt die heimische Bierszene gut.

Komplexität trifft ­Bodenständigkeit

24.10.2020

Die Tiroler Brauereien Bierol und Tux 1280 brauen zum Teil komplexe, ­anspruchsvolle Biere. Eine Tatsache, die deren Einzug in das bodenständige Wirtshaus nicht gerade leicht machen – doch es gibt Hoffnung und Wege

Neil Vousden (links) und Timothy Jones (rechts) brauen in einem Keller ihre Biere.

Neil Vousden und Timothy Jones brauen derzeit fünf Biersorten auf 1.280 Metern Seehöhe im Keller eines Wohnhauses – darunter etwa ein Himbeerbier oder ein „Mountain Porter“. 

Bierstile jedenfalls, die sich im klassischen Wirtshaus noch nicht wirklich auf der Karte befinden. „Es ist schwierig, dort hineinzukommen“, meint dazu der Engländer Jones, der vor acht Jahren mit seiner Familie nach Tux zog. „Oftmals sind auch die großen Brauereien ein Problem, die Wirtshäuser mit langen Verträgen an sich binden“, ergänzt der Braumeister Voudsen. 

Bisher habe man vorrangig im Bereich der Drei- und Vier-Sterne-Hotellerie Fuß gefasst, betonen beide unisono. Auch Touristen griffen gerne auf ihre Biere als Mitbringsel zurück, ergänzt Jones. Ein klassisches „Helles“ soll nun aber dabei helfen, auch vermehrt im Wirtshaus Fuß zu fassen, erklärt Jones. „Wir haben diesbezüglich und mit unseren Bieren derzeit generell Hoffnung, das Interesse der Wirte kommt langsam“, meint Vousden.

Wirte-Wissen

Ähnlich sieht das Marko Nikolic, Vertriebschef der Brauerei „Bierol“ in Schwoich bei Kufstein:„Unser Mountain Pale Ale ist beispielsweise schon in einem Wirtshaus in Kufstein zu haben.“ Das Um und Auf sei dabei Wissen und Motivation der Wirte. „Der Kellner muss wissen, was er verkauft und zum Bier auch eine kleine Geschichte erzählen, und der Wirt muss voll hinter dem Bier stehen“, streicht Nikolic hervor. Zudem gebe es gerade auch einen Generationenwechsel in der bodenständigen Gastronomie: „Die Jungen haben in Bezug auf neue Biere und Experimente einfach mehr Energie.“

Bier ausschließlich für „Bier-Nerds“ brauen wolle man jedenfalls nicht, sagt Nikolic nachdrücklich. „Es gibt auch im Wirtshaus das Segment zwischen Gewohnheitstrinker und Nerd – und die wollen wir ansprechen“, betont er. Dazu wäre es laut ihm auch sinnvoll, auf den Zusatz „Craft“ beim Bier zu verzichten. „Es geht um Qualität und Biervielfalt, nicht um Distinktion“, so Nikolic. Auch Jones teilt die Meinung von Nikolic: „Die Qualität steht im Zentrum, der Rest ist zweitrangig.“ 

Text + Fotos: Markus Stegmayr 

 

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