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Kongresse stärken Wirtschaft und Tourismus

27.04.2010

Austria Convention Bureau. Das ACB und die Österreich Werbung präsentierten die erste österreichweite Kongress- und Tagungsstatistik - für das Kalenderjahr 2009. Insgesamt waren es 1.765 Kongresse und Tagungen, wobei 50 Prozent aller Kongresse in Wien stattfanden. Die durchschnittliche Teilnehmeranzahl liegt bei 293 Personen.

ACB-Präsident Christian Mutschlechner und ÖW-Geschäftsführerin Dr. Petra Stolba

Die Kongress- und Tagungsstatistik wurde erstmals für das Kalenderjahr 2009 erstellt. Insgesamt fanden im vergangenen Jahr 1.765 Kongresse und Tagungen in Österreich statt, davon waren 52% nationale und 48% internationale Veranstaltungen. 50% aller Kongresse fanden in Wien statt, der Rest verteilte sich auf die Bundesländer, wobei hier die Steiermark vor Tirol und Oberösterreich führt. Eine genaue Analyse der Statistik zeigt, dass internationale Kongressgäste länger als der typische Urlaubsgast verweilen und dass Kongresse vor allem saisonschwache Monate stärken. Betrachtet man die Teilnehmerzahl, weisen internationale Kongresse wesentlich mehr Teilnehmer auf als nationale. Durchschnittlich nehmen an einem Kongress 293 Personen teil. Kann man bei einem nationalen Kongress durchschnittlich 225 Teilnehmer begrüßen, so sind es bei einem internationalen Kongress durchschnittlich 366 Teilnehmer.

Kongressgäste bleiben länger als Urlaubsgäste

Internationale Kongresse dauern naturgemäß länger als nationale. So liegt die durchschnittliche Dauer von internationalen Kongressen bei 3,3 Tagen, während sie bei nationalen Kongressen nur 2,2 Tage beträgt. Eine Hochrechnung der Teilnehmerzahl und der Kongressdauer auf die daraus resultierenden Nächtigungen ergibt eine durchschnittliche Zahl von 3,3 Nächten pro Kongressteilnehmer in Österreich. Bleibt ein nationaler Teilnehmer meist nur eine Nacht (statistisch genau 1,2 Nächte), sind es beim internationalen Teilnehmer hingegen rund 5 Nächte (statistisch genau 4,7 Nächte). Damit verweilt ein Kongressgast aus dem Ausland sogar länger als der durchschnittliche Österreich-Gast, der 3,8 Tage bleibt. Hochgerechnet für das Jahr 2009 ergibt das ein Gesamtnächtigungsvolumen von 1.700.737 Nächtigungen, die alleine durch Kongresse und Tagungen generiert wurden. Hier sind noch keine Firmenveranstaltungen, Seminare, Messen und Geschäftsreisen berücksichtigt.

Kongresse stärken die Nebensaison

Kongresse werden vor allem im Oktober (240), gefolgt von den Monaten Juni (216), Mai (212), September (209) und November (203) veranstaltet. Dieses Ergebnis beweist, dass Kongresse und Tagungen nicht nur saisonunabhängig sind, sondern gerade die saisonschwachen Monate, wie z.B. Oktober oder November „auffetten“. Außerdem sind Kongresse eindeutig in Städten zu Hause. So wurden 74% der österreichweiten Kongresse 2009 in Landeshauptstädten abgehalten. Graz liegt hierbei an erster Stelle was den Anteil der Kongressnächtigungen an den Gesamtnächtigungen in den Landeshauptstädten betrifft. Knapp 16% aller Nächtigungen in Graz entfallen auf Kongressgäste. In Wien sind es immerhin noch etwas mehr als 11%. Den dritten Platz nimmt Innsbruck mit rund 4% ein. Wien hat zwar in der Statistik die Nase vorne, allerdings nicht so deutlich wie vielleicht angenommen. So entfallen 50% der Kongresse auf die Bundeshauptstadt, die anderen 50% teilen sich die Bundesländer. Von den 1.765 Kongressen haben 882 in Wien stattgefunden, 211 in der Steiermark und 188 in Tirol.


Kleine Kongresse dominieren die Statistik

Universitäten und Bildungseinrichtungen sind mit einem Anteil von 23% die beliebtesten Austragungsorte von Kongressen und Tagungen. An zweiter Stelle rangieren klassische Kongress-, Messe- und Veranstaltungszentren. Vor allem in den Bundesländern sind sie die Top-Favoriten bei Veranstaltungen (österreichweit 22,4%). Rund 19% der Kongresse und Tagungen werden in Konferenzhotels abgehalten. Die übrigen 35% finden in außergewöhnlichen Locations, Palais und Museen statt. Bei den Themen dominieren eindeutig medizinische Thematiken (27%) gefolgt von Wirtschaft (18%) und Wissenschaft. Die Kongressberichterstattung beschränkt sich meist auf Großkongresse mit mehreren tausend Teilnehmern. Tatsächlich sind diese Kongresse aber nur die Ausnahme. Nur knapp 4% aller Kongresse und Tagungen haben mehr als 1.000 Teilnehmer. Im täglichen Leben sind es also die kleineren Kongresse und Tagungen, die das Kongressgeschäft ausmachen. So verzeichneten rund 39% der Kongresse weniger als 100 Teilnehmer. Neben der Datenbank wurde ein österreichweiter Kongresskalender etabliert, der über die Website des ACB abrufbar ist. Der Kalender wird ebenso auf den Internetseiten der Convention Bureaus der Bundesländer sowie der Österreich Werbung veröffentlicht.

Die Bedeutung der Tagungsindustrie

Österreich Werbung und Austrian Convention Bureau haben sich zum Ziel gesetzt, zukünftig die statistische Erfassung noch weiter zu verfeinern und insbesondere Firmentagungen, Messen, Ausstellungen und Seminare flächendeckend zu erfassen. Vor allem Firmen müssen verstärkt motiviert werden, ihre Daten einzugeben. In den nächsten ein bis zwei Jahren sollen die Daten so konsistent und detailliert aufbereitet werden, dass eine genaue wirtschaftliche  Bewertung der gesamten österreichischen Kongress- und Tagungsbranche sowie ein fortlaufender Jahresvergleich möglich sein wird. Christian Mutschlechner, Präsident des ACB, meinte abschließend zur neuen Kongressstatistik: „Ich danke allen, die zu dieser Kongressstatistik beigetragen haben. Im ersten Jahr ist dies besonders schwierig aber ein notwendiger Kraftakt, um die Bedeutung der österreichischen Tagungsindustrie in Ziffern und Zahlen zu gießen. Es wird über die Jahre weitere Verfeinerungen geben müssen, aber je mehr die Anbieter und vor allem auch die Kunden den positiven Nutzen einer österreichweiten Statistik und des Kongresskalenders erkennen, umso einfacher wird es.“

 

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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