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Innerhalb eine Stunde stellt  Florian Kuzeja 1.000 Liter  Eierlikör her.

Kontrolleur des Geschmacks

13.11.2018

Was genau macht eigentlich ein Lebensmitteltechniker? Gute Frage. Daher hat sich die ÖGZ auf nach Oberösterreich gemacht, um einem solchen über die Schulter zu sehen.

 

Lebensmitteltechniker

Die Lehrzeit dauert drei Jahre. Lebensmitteltechniker arbeiten in Produktionshallen und teilweise in Labors von Betrieben der Lebensmittelherstellung. Sie sind im Team mit Berufskollegen und anderen Spezialisten der Nahrungsmittelproduktion (z. B. Chemikern, Lebensmitteltechnikern, Ernährungswissenschaftern, Obst- und Gemüsekonservierern etc.). Weiters arbeiten sie auch mit Verfahrenstechnikern an der Entwicklung von Maschinen und Anlagen im Bereich der Lebensmittelproduktion mit.

Vor Florian Kuzeja steht ein großer Kessel: 1.000 Liter. Der Lebensmitteltechniker führt zuerst Milch zu, dann eine gewaltige Menge an Flüssig-Ei. Dann packt er noch zehn Packungen Kristallzucker rein. „Jetzt noch der Sprit“, kündigt er an und öffnet ein Ventil. Sprit nennt er den Alkohol, der zugefügt wird und das Produkt zum Eierlikör macht, der unter der Marke des Hauses Spitz im ganzen Land in der Gastronomie vertrieben wird. Kuzejas Aufgabe in der Herstellung in Attnang-Puchheim ist es, im gesamten Produktionsprozess die Qualität des Produkts zu kontrollieren. „Das beginnt, wenn der Laster mit den Rohstoffen kommt, und endet beim fertigen Produkt“, sagt er. Dafür werden jeweils Proben genommen, die mit einer Etikette versehen und im Labor geprüft werden. Passen Sie nicht mit den Vorgaben der Rezepturen zusammen, dann muss Kuzeja nachbessern. Zum Beispiel? „Etwas Alkohol zufügen oder mit Wasser verdünnen, wenn der Alkoholwert zu hoch ist.“  

Was macht er?

Kuzeja ist einer von derzeit nur sechs ausgebildeten Lebensmitteltechnikern bei Spitz. Es handelt sich dabei um einen relativ jungen Beruf. Bevor es den Lehrberuf Lebensmitteltechniker gab, hat Spitz Brau- und Getränketechniker ausgebildet. Was machen Lebensmitteltechniker eigentlich? Sie steuern und überwachen die Verarbeitung der Rohstoffe in der Lebensmittelproduktion und kontrollieren, ob die erzeugten Nahrungs- und Genussmittel qualitativ hochwertig sind und den Normen des Lebensmittelgesetzes entsprechen. Zudem warten sie die Maschinen und Anlagen und führen einfache Reparaturen auch selbst durch. Der Lebensmitteltechniker arbeitet in der Regel eng mit dem Lebensmitteltechnologen (Ausbildung durch Hochschulstudium) zusammen, die für die Zusammenstellung und Anpassung der einzelnen Rezepte verantwortlich sind.  

Die Lebensmitteltechnikerinnen und Lebenstechniker beginnen bei Spitz die Lehre in ihrer Abteilung und durchlaufen anschließend alle Abteilungen und die Bereiche Labor, Mikrobiologie, Entwicklung, Logistik, Elektrotechnik und Metalltechnik. Nach der Lehrzeit muss man Produktionsanlagen (Produktions-, Abfüllungs- und Verpackungsprozess) selbstständig bedienen und überwachen können und bei Störungen sofort eingreifen, die Fehlerursache erkennen und den Fehler beheben können. 

Aus der Gastro

Seit vier Jahren arbeitet Kuzeja jetzt bei Spitz. Es ist seine zweite Karrie-re. Denn eigentlich war er als Kellner im Gastgewerbe tätig. Nachdem er in Grieskirchen die Lehre abschloss, ging er ein Jahr auf Saison nach Tirol. Schnell war ihm klar, dass er aber langfristig was anders machen wollte. „Ich wollte einfach nicht den Stress haben und immer arbeiten, wenn andere frei haben“, sagt er mit einem Grinsen. Jetzt beginnt er um sechs Uhr morgens und ist normalerweise um 15 Uhr mit der Arbeit fertig. So auch heute, die letzte Charge Eierlikör wird vom Labor gecheckt und für gut befunden. Kuzejas Aufgabe ist es nun, den Bottich zu reinigen. Dafür füllt er den Kessel mit einer Lauge.

Kuzeja führt durch die Produktionshalle, in der er heute arbeitet. Spitz ist einer der größten Lebensmittelhersteller des Landes und hat die Produktion wie eh und je in Attnang-Puchheim konzentriert. Rund 1.200 unterschiedliche Artikel werden hier hergestellt – etwa Auer Tortenecken, die Puchheimer Edelbrände oder die im Einzelhandel beliebte Goal-Kinderlimonade. Er mag seinen Beruf, weil er Abwechslung biete, sagt Kuzeja. Vergangene Woche habe er Frizzante hergestellt, davor war es Essig. Ob er ein Lieblingsprodukt habe, an dem er besonders gerne arbeitet? Nein, sagt Kuzeja, es ist gut, wenn immer etwas Neues kommt – so bleibe der Beruf auch spannend. 

Autor/in:
Daniel Nutz
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