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Konzentration auf das Wesentliche

22.04.2010

Der neue Geschäftsführer der Kärnten Werbung Christian Kresse spricht im ÖGZ-Interview über Märkte, Zielgruppen und Saisonverlängerungen.

Kärnten-Werbung-Chef Christian Kresse

ÖGZ: Was werden Sie in den nächsten Jahren in Kärnten verändern?
Christian Kresse:
Die Kärnten Werbung wird sich massiv nur mehr auf ihre Kerngeschäfte konzentrieren. Es ist auch mit der Politik vereinbart, dass die Kärnten Werbung keine Ausflüge mehr in Experimente macht. Wir reduzieren alles, was nicht zu den Aufgaben einer Landestourismusorganisation gehört. Dazu muss man auch sagen, dass wir in den Budgetmitteln sehr eingeschränkt wurden, was uns natürlich zum Sparen zwingt. Neben einer kompletten Neustrukturierung der Kärnten Werbung, auch personell und organisatorisch, starten wir nun einen Markenführungsprozess, wobei wir uns an dem der Österreich Werbung sehr stark orientieren.


ÖGZ: Wie weit findet sich die Kärnten Werbung in der Strategie der Österreich Werbung - Alpen, Gewässer, Kulturstädte - wieder?
Kresse:
Die Strategie ist sehr breit gestellt. Man muss seinen Platz finden. Man kann nicht für alles stehen. Wir werden mit unserer Marktforschung, die sehr umfangreich sein wird und bei der wir über 94 Prozent unserer Märkte abfragen werden, zwei oder drei Kernmärkte herausfinden, die besonders wichtig für Kärnten sind. Wir werden dann außergewöhnliche Bereiche definieren und diesen Blumenstrauß, wo wir sagen: wir haben ja alles, auf zwei, drei Themen fokusieren, um dann letztendlich sagen zu können: für das steht Kärnten.

ÖGZ: Welche Märkte werden Sie konkret bearbeiten?
Kresse:
Wir werden in Zukunft die Märkte bearbeiten, aus denen wir schon jetzt den Hauptteil unserer Gäste herhaben und wir auch durch die Marktforschung sehen, wo wir noch Potenzial haben. Wir werden aber ganz sicher keine Experimente machen und dann irgendwie in Märkten aktiv sein, nur weil wir anlassbezogen glauben, dass wir dort hinfahren müssen.

ÖGZ: Das werden hauptsächlich die Nahmärkte sein?
Kresse:
Ja, natürlich. Für uns sind die wichtigsten Märkte Österreich, Deutschland, Benelux, Italien und die zentraleuropäischen Länder. Wobei wir immer unterscheiden müssen, dass wir im Sommer und im Winter völlig unterschiedliche Marktschwerpunkte haben. Im Winter zum Beispiel sind die osteuropäischen Märkte sehr stark, im Sommer hingegen die deutschsprachigen, wobei der österreichische Anteil im Winter sehr zulegt. Sehr interessant ist, dass der slowenische und kroatische Markt sehr zulegt, sich aber hauptsächlich auf den Winter konzentriert.

ÖGZ: Welche Zielgruppen werden dabei angesprochen?
Kresse:
Wir werden uns ganz genau ansehen, welcher Urlaubstyp nach Kärnten kommt. Ich glaube, es ist einer, der die Sonne liebt, ein südlich-mediterranes Flair sucht - Österreich, aber doch eine südliche Mentalität - dazu die entsprechende Kulinarik und den Menschenschlag, der ja in Kärnten besonders gastfreundlich und lebensfroh ausgeprägt ist. Der Kärntenurlauber sucht außerdem die Nähe zum Wasser, möchte sich am Wasser bewegen, in vielerlei Formen Seen und Flüsse genießen, aber auch die Nähe - und das ist ein ganz besonderes Spezifikum - zu einer anderen Kultur wie den adriatischen oder slowenischen Raum mitgenießen können. Wenn man zum Beispiel am Faaker See urlaubt, ist man in 15 Minuten in Italien, aber auch im gleichen Zeitraum in Slowenien. Diese Kulturalität ist eine ganz besondere Stärke Kärntens.

ÖGZ: Was möchten Sie bezüglich Saisonverlängerungen machen?
Kresse:
Man muss wissen, dass die Ferienzeiten dramatisch zusammengeschrumpft sind und davon vor allem das familienaffine Kärnten betroffen ist. Urlauber fahren halt nur dann auf Urlaub, wenn auch die Kinder frei haben. Da sind wir natürlich dabei - auch als Event­land, als das wir uns einen besonderen Namen gemacht haben -, attraktive Veranstaltungen auch in die Vorsaison zu verlagern. Wobei wir schon wissen, dass man nur mit Events das ganze Kärntnerland nicht füllen kann. Daher sind wir gerade dabei, mit den verschiedenen Regionen zu prüfen, wer welche Schwerpunkte zu welcher Zeit setzen kann. Die einen setzen auf action und fun, andere setzen aber auch durchwegs auf Natur und Naturerlebnis. Da haben wir schon ein sehr breit gefächertes Angebot, mit dem wir junge und ältere Menschen, aber vor allem Familien ansprechen können. Wir haben den Vorteil, dass wir sowohl action für Junge als auch Ruhigeres für die Älteren bieten können.

ÖGZ: Wie ist die Stimmung rund um den Wörther See?
Kresse:
Sehr gut. Ich orte da eine ziemlich große Aufbruchstimmung. Wir sind ja auch gerade dabei, das Tourismusgesetz von Kärnten, das in seiner Fassung 39 Jahre alt ist, völlig zu reorganisieren. Die Stimmung ist sehr gut. Es gibt auch einige tolle Hotelprojekte am Wörther See. Ich denke, wir werden hier einen zweiten Frühling bald erleben.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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