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Kostet die Wachau bald Eintritt?

11.07.2018

Vorschlag des Exbürgermeisters von Melk erregt die Gemüter.

Beliebt bei Flussfahrtschiffen: Dürnstein

Dürnstein zählt knapp 900 Einwohner – aber etwa 1 Million Touristen im Jahr. Zu viele? Die kleine Stadt in der Wachau ist Mittelpunkt einer großangelegten Erhebung, die vom Verein Welterbegemeinden Wachau, einem Zusammenschluss aller Bürgermeister der Wachau, ausgeht. Die Befragungen laufen bis Mitte Oktober und es soll festgestellt, welche Touristen wann nach Dürnstein kommen. Das Ergebnis soll Grundlage für touristische Maßnahmen in der gesamten Wachau sein: Wo liegen die Probleme, wo die Vorteile, welche finanziellen Leistungen müssen die Gemeinden erbringen und was lukrieren die Gemeinden aus dem Tourismus?

Naturdenkmäler kosten Geld

Geht es nach dem ehemaligen Melker Bürgermeister Thomas Widrich (ÖVP) könnte deshalb eine Art Eintrittsgeld für die Wachau eingeführt werden. Widrich trat vor wenigen Tagen zurück, sorgte mit diesem Vorschlag, über den die „Niederösterreichischen Nachrichten“ berichten, nun aber für Aufhorchen. „Eintrittsgelder gibt es in ganz Österreich für alle Attraktionen. Damit wird nicht unbedingt Gewinn gemacht, sondern es dient dazu, diese Naturdenkmäler auch zu erhalten. Und hier geht es ja um etwas Ähnliches“, sagte er im Gespräch mit noe.ORF.at.

Brückenmaut?

Auslöser des Vorstoßes aus Melk ist nicht zuletzt eine Brücke in der Stadt, die über den Donauarm führt und neu gebaut werden muss. Dafür braucht die Gemeinde finanzielle Mittel. Weil jeder, der mit einem Flusskreuzfahrtschiff nach Melk kommt und in die Wachau möchte, diese Brücke passieren muss, könnte hier eine Art Benützungsentgelt verlangt werden. Wie man sonst eine Art „Eintritt“ für die Wachau verlangen könnte, dafür hat Widrich verschiedene Ideen. „Es gibt zum Beispiel die Niederösterreich-Card für ganz Niederösterreich, aber es kann ja auch eine Wachau-Card geben für die Region“, sagte er.

Höhere Nächtigungstaxe?

Überlegungen stellt er aber auch hinsichtlich einer Erhöhung der Nächtigungstaxe bzw. einer Gebühr für Schiffspassagiere an. Es gehe jedenfalls darum, einen Betrag zur Verfügung zu haben, damit die Infrastruktur in der Wachau entsprechend gepflegt werden kann, sagte der Ex-Bürgermeister: „Bei uns geht es darum, dass wir ein Schifffahrtszentrum, eine Verweilzone zu errichten haben, wo die Menschen das erste Mal als Touristen Niederösterreich betreten. Es geht um Radwege, um Rastplätze, um Toilettenanlagen, um Wegegestaltung – also die Infrastruktur, die für den Touristen, aber auch für die Menschen, die bei uns wohnen, notwendig ist.“

Zurückhaltung bei Welterbegemeinden Wachau

Beim Verein der Welterbegemeinden Wachau zeigt man sich, was die Einführung von Gebühren betrifft, zurückhaltend. Im Kreise der Bürgermeister sei zwar auch die Steigerung der finanziellen Mittel besprochen worden, sagte der Vorsitzende Nunzer, aber man habe sich zunächst eben auf die Erhebung geeinigt. Gebühren sieht er als „allerletztes Mittel“: „Gebühren können nicht von den Gemeinden alleine erhoben werden, hier brauchen wir das Land und hier müssen wir gemeinsam arbeiten“, sagte er. Fix ist aber, dass die Wachau-Gemeinden gemeinsam an einem Strang ziehen wollen, um die Tourismusströme künftig besser zu lenken.

 

RED/NÖN/ORF

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