Direkt zum Inhalt
130.000 Touristen tummeln sich zu Spitzenzeiten in Venedig.

Kreuze gegen Touristen

03.05.2018

Venedig tut es. Capri will folgen. Aber es gibt auch Kritik an Drehkreuzen gegen Gästemassen

Overtourism ist ein Thema, das immer mehr Destinationen betrifft. Mit einer ebenso eigenwilligen wie auch öffentlichkeitswirksamen Methode versucht Venedig neuerdings der überbordenden Masse an Besuchern der Lagunenstadt Herr zu werden. Seit Mai stehen dort Drehkreuze. Und die Idee finden die Verantwortlichen in Capri offensichtlich so gut, dass sie diese gleich kopieren wollen. Aber erstmal der Reihe nach. 

Kritik an Vorgangsweise

Seit Ende April hat die Polizei die Möglichkeit, Touristen an mehreren Stellen der Stadt den Zugang zu versperren und sie auf andere Wege zu leiten. Dafür wurden an einer Brücke über den Canal Grande sowie nahe dem Bahnhof Santa Lucia Drehkreuze eingerichtet, auch Verkehrswege können gesperrt werden. Bei Bedarf kann die Maßnahme auch auf Touristenboote ausgedehnt werden. Der Hintergrund: Während die Einwohnerzahl von Venedig auf ein Rekordtief von 55.000 gesunken ist, tummeln sich immer mehr Touristen in der Lagunenstadt. An Rekordtagen 130.000. Einige lokale Initiativen kritisierten aber das ihrer Meinung nach konzeptlose Vorgehen der Stadtregierung. Venedig verkomme durch die Drehkreuze zu einem Disneyland, heißt es. Nichtdestotrotz erwägt auch die Ferieninsel Capri, gegen Eintagestouristen (die letztlich den Regionen wenig Umsatz bringen) mit Drehkreuzen vorzugehen. Zum Vergleich: In Österreich kämpft besonders Hallstatt mit Massen an Tagestouristen. 

Autor/in:
Daniel Nutz
Werbung

Weiterführende Themen

Kommentar
16.11.2018

Einmal im Jahr vergibt die Sparte Tourismus- und Freizeitwirtschaft der Wiener Wirtschaftskammer ihren Tourismuspreis. Das ist ein Ehrenpreis für besondere Verdienste um die Wiener ...

Tourismus
11.09.2018

Essay: Zu viele oder zu wenige Touristen? Ein Ausflug in die Metropole des Overtourism offenbarte überraschende Erkenntnisse.

 

v.l.o.: Christine Plüss, Egon Smeral, Pamela Binder, Peter Zellmann
Tourismus
30.08.2018

Zu viel an Tourismus wird immer mehr zu einem Problem. Welche Strategien gibt es, um die negativen Seiten des Tourismus einzudämmen? Das wollten wir von folgenden Experten wissen.  

Kommentar
06.06.2018

Immer mehr Ankünfte, immer mehr Nächtigungen: Aber viele Gäste bedeuten auch viel Verkehr und viel Landverbrauch. Nicht alle profitieren. Nicht nur in Tirol droht manchenorts die „ ...

Schönheiten am Strand von Bali. Inszenierung der Person in der Destination via Selfie.
Tourismus
06.06.2018

Overtourismus beschäftigt längst nicht nur mehr Orte wie Dubrovnik, wo TV-Nerds die Altstadt stürmen, weil sie eintauchen wollen in die Traumwelt von „Game of Thrones“. Auch in Österreich ist die ...

Werbung