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Kulinarik und Kultur am Yppenmarkt

19.08.2010

Der Yppenmarkt in Wien-Ottakring hat in den letzten zehn Jahren eine bemerkenswerte Entwicklung genommen. Ein wichtiger kulinarischer Meilenstein war dabei das Café An-Do

Der großzügige Außenbereich des Cafés An-Do am Yppenmarkt wird auch gerne für Veranstaltungen genutzt, von Kultur bis zum Fußball-Schauen

 Der Yppenmarkt in Wien Ottakring war bis vor ein paar Jahren zwar durchaus ein funktionierender Markt für die Umgebung, kulinarisch und auch sonst war in dieser wenig eleganten Ecke von Wien jedoch kaum was los.

Aufgrund einer konsequent umgesetzten Stadtentwicklung hat sich das um den Yppenplatz gelegene- Brunnenviertel in den letzten Jahren zu einer der lebendigsten und kulturell aktivsten Ecken Wiens gemausert. Weil eine kulturelle Szene zur Etablierung jedoch auch entsprechende Bühnen braucht, war die Entwicklung einer adäquaten gastronomischen Infrastruktur notwendig.
Vor allem entlang der Payergasse entstanden einige bemerkenswerte Lokale, denen der Spagat zwischen preisgünstiger Kalkulation, kulinarischem Anspruch und gewünschtem Szene-Touch gelang.

Diese Kombination ist auch das Erfolgsgeheimnis des Café An-Do, das in einer ehemaligen Fleischerei direkt am Yppenplatz liegt.
Vor Kurzem hat das Café An-Do eine Schwester bekommen. Gleich gegenüber liegt das An-Do Fisch, das trotz aller gewollten Lässigkeit ein ernstzunehmendes Fischrestaurant geworden ist, wo man ohne Reservierung kaum eine Chance auf einen Tisch hat.

Stimmige Marktgastronomie
Hinter den beiden „An-Do“-Lokalen am Yppenmarkt steht die Familie Dogan, die sich zuvor am Wiener Naschmarkt einen Namen gemacht hat: Zuerst als überdurchschnittlich guter Gemüsehändler, später auch als erfolgreicher Gastronom. Das 1997 eröffnete Do-An war eines der ersten Markt-Beisln, die auf levantinische Küche gepaart mit hippen Design setzten.

Dieses Konzept ging voll auf, und fand auch zahlreiche Nachahmer in der näheren und weiteren Umgebung. Weil bei einem guten Lokal jedoch nicht nur das Konzept passt, sondern vor allem die gelungene Umsetzung über lange Zeit funktioniert, ist das Do-An bis heute ein Beispiel dafür, wie man Gastronomie auf einem Markt betreibt. Weitere Gastronomiebetriebe der Dogans am Naschmarkt sind der Naschmarkt Deli und das Orient & Occident.

Neuland mit Viel Potenzial
Vom Erfolg am Wiener Naschmarkt beflügelt schauten sich die Dogans nach weiteren Betätigungsfeldern um. Der Yppenmarkt war vor ein paar Jahren zwar noch keine besonders attraktive Location, dafür waren die Mieten günstig und die jungen Leute aus der Nachbarschaft dankbar für neue kulinarische Angebote.
„Ein Lokal wie das An-Do Fisch hätte vor ein paar Jahren noch nicht funktioniert, weil wir damals hier einfach nicht das Publikum dafür hatten. Heute hat sich einerseits die Nachbarschaft gewandelt, andererseits hat die Gegend einen Ruf als Ausgehviertel bekommen. Heute kommen auch Leute aus anderen Bezirken hierher, um zu trinken und zu essen“, so An-Do-Geschäftsführer Suat Takan.
Das An-Do Fisch ist zwar vergleichsweise preiswert mit seiner Fokussierung auf frische Meeresfische, ist jedoch kein billiges Restaurant. Wer günstig satt werden will, ist jedoch im An-Do Café bestens aufgehoben.

Das An-Do setzt kulinarisch auf den gleichen Erfolgsmix wie das Do-An am Naschmarkt. Das bedeutet viel Gemüse und levantinische Gewürze, die sich in exotischen Salaten genauso wiederfinden wie in Snacks und Sandwiches. Mit Frühstück bis 16 Uhr spricht man auch ganz bewusst Szene-Menschen an, die ihr Leben nicht nach den üblichen Bürozeiten ausrichten (müssen). Überhaupt sieht sich An-Do-Geschäftsführer Suat Takan als Partner der engagierten Kunstszene und stellt das Lokal gerne als Location für Veranstaltungen zur Verfügung, wie etwa im Rahmen der lokalen Künstlerinitiative „SOHO in Ottakring“.

Wolfgang Schedelberger

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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