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"Ein gemeinsamer Auftritt ist der beste Weg zum Erfolg": Hannes Anton im ÖGZ-Interview.

Kurs auf Bio-Musterland

17.01.2019

Als offizielle österreichische Partnerregion stand das Burgenland gemeinsam mit Indonesien im Rampenlicht der diesjährigen Ferien-Messe Wien. Am Rande des Events fand Burgenland Tourismus-Geschäftsführer Hannes Anton Zeit für ein Interview mit der ÖGZ

ÖGZ: Sie sind seit knapp zwei Jahren im Amt. Wie schaut Ihre Bilanz aus?
Anton: Wir haben einen guten Start geschafft. Ich habe versucht, die touristischen Player noch mehr zu vernetzen. Das ist auch gelungen. Davor hatten wir im Burgenland viele Einzelkämpfer. Unsere Strategie war, die alle ins Boot zu holen und damit die Sichtbarkeit zu erhöhen. Da sind auch die Gastronomen und Produzenten gefordert. Ein gemeinsamer Auftritt ist der beste Weg zum Erfolg

Welche Widerstände gab es?
Es war schwer alle an einen Tisch zu bringen, aber letztendlich ist uns das gelungen. Wichtig war den Verbänden die Angst vor der Konkurrenz zu nehmen. Schließlich hat jeder verschiedene Angebote und man kann sich jeweils das Beste rausnehmen. Der burgenländische Tourismus ist einer der bedeutendsten Wirtschaftsfaktoren des Landes. Eine Weiterentwicklung kann nur erreicht werden, wenn alle am tourismuswirtschaftlichen Geschehen Beteiligten zusammenwirken.

Beim Inlandstourismus belegt das Burgenland meist hintere Plätze. Woran liegt das?
Wir sind ja auch das kleinste Bundesland. Unser Ziel ist aber schon, einmal einen Stockerlplatz zu erreichen. Die Tourismusgesinnung muss teilweise noch gestärkt werden. Die Thermen machen da schon alles richtig. Im Burgenland ist auch der Tagestourismus sehr stark. Für mich sind Nächtigungen nicht der wichtigste Parameter. Der Maßstab ist die gesamte Wertschöpfung für das Land. Speziell der Norden ist für Wien ja ein Naherholungsgebiet. Wir unterscheiden bei der Bewerbung nicht zwischen Tages- oder Nächtigungsgast.

Landesrat Hans Peter Doskozil möchte das Burgenland als Bio-Musterland positionieren. Wie kann das touristisch umgesetzt werden?
Das ist sehr spannend und könnte tatsächlich ein USP des Burgenlands werden. In Kärnten ist das ja schon gelungen. Dort haben sich das Gail- und Lesachtal als erste Slow Food Region Österreichs positioniert und haben dadurch eine Marke geschaffen. Im Bereich Bio hat das Burgenland ein sehr großes Potential. Die Natur soll mehr in den Vordergrund gerückt und auch in die Unterkünfte geholt werden. Ich bin überzeugt, dass das Burgenland hier eine Vorreiterrolle einnehmen kann.

Laut Ruefa-Reisekompass ist die Steiermark auch 2019 die Lieblings-Inlandsdestination der Österreicher. Was kann das Burgenland vom Nachbarn lernen?
Anton: Den Steirern ist es z.B. gelungen, den Wein touristisch zu inszenieren. Das fehlt im Burgenland noch. Es gibt aber schon einzelne Initiativen, wie etwa das Wein-Wellnesshotel der Familie Scheiblhofer in Andau oder den Weinguide des Neusiedler See Tourismus. Da werden individuelle Weintouren oder Weinreisen von Weinakademikern geführt. Das Thema Wein noch weiter ausgebaut werden.

Wie schaut es mit dem Radtourismus aus?
Da gibt es starke Zuwächse, vor allem durch die Elektrofahrräder. Das Südburgenland hat hier die Nase vorn. Es gibt zahlreiche Verleihstationen, das ist gut organisiert. Das fehlt im Nordburgenland noch.

Was wollen Sie 2019 noch in Angriff nehmen?
Das Burgenland soll in den kommenden Jahren als „Kraft- und Energietankstelle" positioniert werden, so sieht es die Tourismusstrategie 2022+ vor. Auch dabei wird das Thema „Bio“ eine große Rolle spielen. Das Kulinarik Festival Gans Burgenland soll auch in Richtung Bio weitergedacht werden. Unser generelles Ziel ist, dass die Wertschöpfung bis 2022 um ein Viertel steigt und die Zahl der Arbeitsplätze um 20 Prozent.

Autor/in:
ute.fuith
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