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Ländliche Hotels ans schnelle Internet

01.10.2017

Digitalisierung: Breitband muss ins tiefste Tal, damit die Chancen genutzt werden können 

Die Tourismuszahlen in Österreich geben bekanntlich allen Grund zum Jubel. 14 Millionen Nächtigungen, fast überall Rekordergebnisse. Alles super? Damit das so bleibt, ist es wichtig, dass die heimischen Betriebe die Chancen der Digitalisierung wahrnehmen. Um dies bewerkstelligen zu können, ist zuallererst natürlich die Anbindung an eine moderne Dateninfrastruktur notwendig. Und hier hapert es noch, wie auch Tourismusminister Harald Mahrer eingestehen muss. 

10 Milliarden

Um die öffentliche und private Infrastruktur tatsächlich bis ins letzte Tal zu bringen, sind große Investitionen notwendig. Bekanntlich hat die Bundesregierung bislang die vielzitierte Breitbandmilliarde aufgebracht. Für den flächendeckenden Ausbau der digitalen Infrastruktur sind in Österreich aber geschätzte 10 Milliarden Euro notwendig. Wie diese Summe aufgestellt werden soll, ist derzeit Inhalt von Gesprächen. „Der Löwenanteil wird natürlich von Privaten kommen, wenn man die nötigen Anreize schafft“, meint Mahrer, der einige Maßnahmen anregt. So könnten etwa die Mieten für Sendemasten reduziert werden. 
Selbst gefordert sind die Tourismusbetriebe dabei, die Chancen der Digitalisierung besser wahrzunehmen. „Im besten Fall fünf Prozent der österreichischen Hoteliers verwenden Datenmaterial zu Buchungsströmen und sehen sich die aktuelle Preissensibilität an“, erklärt Mahrer. International mache das aber bereits ein Drittel. Letztlich könne man damit aber die Ertragskraft eines Hotels um bis zu zehn Prozent jährlich steigern. Österreich sei als Urlaubsland gut gebucht. Damit das Land international wettbewerbsfähig bleibe, dürfe es die Digitalisierung nicht verschlafen, hieß es zuletzt in einer gemeinsamen Pressekonferenz von Wirtschaftsminister Harald Mahrer, Österreich Werbung (ÖW) und Wirtschaftskammer. 

22 Maßnahmen

Weltweit wächst der Tourismus aufgrund der Digitalisierung seit sechs Jahren jährlich im Schnitt über vier Prozent. Bereits 74 Prozent der Gäste unter 35 Jahren planen ihre Reise über Social Media. Daher habendas Bundesministerium, Kammer und ÖW in einem Open-Innovation-Prozess mit rund 100 Teilnehmern aus Tourismus, Technologiebranche, Kreativwirtschaft, Bund, Ländern, Interessenvertretungen und Wissenschaft eine Digitalisierungsstrategie für den Tourismus (bmwfw.gv.at/Tourismus/Seiten/Tourismusstrategie.aspx) ausgearbeitet.
Diese ist ein Handlungsleitfaden, um den digitalen Transformationsprozess als Chance zu nutzen. In drei Strategiefeldern (digitaler Wandel, Innovationskraft stärken, Kompetenzen und Prozesse für digitale Transformation) wurden insgesamt 22 Maßnahmen identifiziert, die nun operationalisiert und umgesetzt werden. 2018 bis 2020 werden zusätzliche Budgetmittel in Höhe von jährlich fünf Millionen Euro bereitgestellt und ein Förderschwerpunkt „Digitalisierung“ bei der ÖHT eingerichtet. 

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