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Koch-Lehrlinge sollen künftig über die Rot-Weiß-Rot-Karte eine Arbeitserlaubnis bekommen.

Lehre über die Rot-Weiß-Rot-Karte?

28.08.2018

Neben dem Wirbel über die Ausweisung von Asylwerbern in Lehrverhältnissen versucht die Bundesregierung eine Lösung für den Mangel von Bewerbern von Lehrstellen zu finden. Die Rot-Weiß-Rot-Karte soll für Lehrlinge geöffnet werden.

Die Bundesregierung will Asylwerbern künftig die Möglichkeit der Aufnahme einer Lehre in Österreich verbieten. Da aber in einigen Bereichen – etwa in der Gastronomie und Hotellerie - ein Mangel in an Lehrstellenbewerbern herrscht, sollen jetzt auf anderem Weg Menschen aus dem Nicht-EU-Ausland eine Lehre beginnen können. Denn die Rot-Weiß-Rot-Karte soll für Lehrlinge geöffnet werden.

4.500 offene Stellen

Kritik an der geplanten Öffnung der Lehrplätze für kam erwartungsgemäß von der Gewerkschaft. Im Jänner dieses Jahres seien schon knapp 6.000 junge Menschen auf der Suche nach einer Lehrstelle gewesen, denen rund 4.500 offene Lehrstellen gegenüber gestanden waren. Ohne staatliche Förderungsprogramme wären 1.500 junge Menschen perspektivlos auf der Straße gestanden. Laut AMS standen im Juli 2018 österreichweit schon 8.183 Lehrstellensuchenden nur 5.105 offenen Lehrstellen gegenüber. Fakt ist aber, dass in gewissen Tourismusberufen zu wenige geeingnete Kandidaten für eine Lehre zu finden sind. Der Bedarf soll nun aus dem Ausland gedeckt werden.  

Ob die Ausweitung der Rot-Weiß-Rot-Karte viel Einfluss haben wird und tatsächlich junge Menschen (im Teenager-Alter) zur Immigration in Österreich motiviert darf aber angesichts der bisherigen Erfahrungen allerdings bezweifelt werden.

Mangelberufe

Die Rot-Weiß-Rot-Karte regelt seit 2011 den Zuzug auf den österreichischen Arbeitsmarkt. Ziel war es, mit Hilfe eines Punktesystems qualifizierte Arbeitskräfte ins Land zu holen. Einzig, die erhofften Facharbeiter kamen nicht. Zuletzt gab es über die RWR-Karte jährlich 1.800 Zuzüge jährlich. Gerechnet hatte man mit rund 8.000. Da Berufe wie Koch oder Kellner nicht als Mangelberufe gelten (auch nicht regional), blieb Unternehmen mit diesem Arbeitskräftebedarf auf der Strecke.

Autor/in:
Daniel Nutz
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